Solarmodule, hier auf freiem Feld - bei kleineren Anlagen droht teilweise Unfallgefahr Foto: dpa

Der Elektrotechnikverband ZVEI hält Teile der auf dem Markt erhältlichen Stromspeicher für Fotovoltaikanlagen für gefährlich. In einer Mitteilung warnte der Verband vor „untauglichen Produkten“ und „inkompetenten Anbietern“.

Frankfurt - Der Elektrotechnikverband ZVEI hält Teile der auf dem Markt erhältlichen Stromspeicher für Fotovoltaikanlagen für gefährlich. In einer Mitteilung warnte der Verband vor „untauglichen Produkten“ und „inkompetenten Anbietern“.

Besitzer von Fotovoltaikanlagen kombinieren ihre Anlagen immer öfter mit großen Lithium-Ionen-Batterien, um die auf dem Dach erzeugte Energie zwischenzuspeichern. Ziel ist eine möglichst autarke Versorgung des eigenen Hauses mit Energie. Seit sich die staatlichen Förderrichtlinien zum Jahreswechsel geändert haben, boomt der Markt der stationären Speicher.

Nach Schätzungen des Bundesministeriums für Wirtschaft (BMWI) vom Sommer 2014 stehen in deutschen Haushalten mittlerweile rund 14 000 der neuartigen Strompuffer. Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr – damals schätzte der Bundesverband Solarwirtschaft die Verbreitung der Anlagen auf etwa 9000.

Allerdings weisen einige der erhältlichen Produkte offenbar erhebliche Sicherheitsmängel auf. „Bei Lithium-Ionen-Speichern gibt es Sicherheitslücken. Die müssen wir schließen“, sagte Otmar Frey, Geschäftsführer des für Batterietechnik zuständigen ZVEI-Fachverbands. Damit bestätigt der ZVEI die Auffassung anderer Experten.

Tests von Forschern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) hatten im Vorjahr „erhebliche Sicherheitsverstöße“ an den Anlagen zutage gefördert. Über Monate hatten die KIT-Experten handelsübliche Speichersysteme untersucht und auf Schwachstellen abgeklopft. Durch Fehlbedienung, wie sie etwa bei technisch nicht versierten Laien vorkommt, brachten sie die Anlage mehrfach in kritische Situationen.

In einem Fall sei ein Speicher explodiert, zweimal sei eine der Anlagen in Brand geraten, und mehrfach seien Akkuzellen in den Geräten aufgeplatzt, so die Forscher damals. 2013 geriet ein Stromspeicher in einem Haus in Filderstadt nahe Stuttgart in Brand. Ein sich anschließendes Feuer richtete große Schäden an.

Auch der ZVEI, der ebenfalls schon vor Monaten auf die Probleme hingewiesen hatte, warnt nun vor „Do-It-Yourself“-Projekten. Andere Fachleute berichten von „sicherheitstechnisch haarsträubenden Speichern“, die auf Branchenmessen ausgestellt worden seien.

Allerdings sind die meisten angebotenen Produkte sicher – insbesondere diejenigen langjähriger Batterie- und Speichertechnikfirmen. Um gute von mangelhaften Anlagen zu unterscheiden, rät Frey Kunden, ihre Händler nach den Anwendungsregeln für Heimspeichersysteme (VDE-AR-E 2510-50) zu fragen. Das KIT hat zudem unter www.competence-e.kit.edu eine Sicherheitscheckliste für Speicherbesitzer erstellt.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: