Durch die Wucht des Aufpralls wurde das Taxi in den Eingang einer Pizzeria geschoben. Foto: Andreas Rosar

Ein 23-Jähriger ist offenbar viel zu schnell unterwegs, zudem besteht laut Polizei der Verdacht auf Drogen. Sechs Fahrzeuge werden beschädigt, zwei Menschen leicht verletzt.

Ein Taxi kracht in den Eingang eines Pizza-Lieferservices, sechs Fahrzeuge sind beschädigt und zwei Personen verletzt. Zunächst erwies sich die Lage nach einem Unfall am Donnerstagabend gegen 19.40 Uhr an der Kreuzung Bönnigheimer-/Kirchtalstraße in Stuttgart-Zuffenhausen offenbar selbst für die Polizei als unübersichtlich. Erst langsam kristallisierte sich heraus, dass als Verursacher ein 23-jähriger Fahrer eines Mietwagens verantwortlich zeichnete. Dieser war in der 30er Zone offenbar viel zu schnell unterwegs, zudem besteht der Verdacht, dass er unter Drogeneinfluss stand.

 

Enormer Aufprall – Taxi wird auf Pizzeria geschoben

Laut Polizei war der 23-Jährige in seinem Mercedes-Transporter mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit auf der Kirchtalstraße in Richtung Zabergäustraße unterwegs als er an der Kreuzung zur Bönnigheimer Straße mit dem Taxi eines 40-Jährigen zusammenstieß. Durch die Wucht des Aufpralls wurde das Taxi in den Eingang des Pizza-Imbisses geschoben, der Fahrer leicht verletzt. Der Transporter stieß gegen eine am Straßenrand geparkte Mercedes E-Klasse, in der eine 49-jährige Frau saß, die leicht verletzt wurde. Deren Fahrzeug krachte anschließend gegen eine Hauswand und zwei weitere Autos. Ein drittes Fahrzeug wurde durch umherfliegende Fahrzeugteile leicht beschädigt. Da der Verdacht bestand, dass der 23-jährige Mercedes-Fahrer unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln stand, musste er eine Blutprobe abgeben, sein Führerschein wurde beschlagnahmt.

„Es ist eine Katastrophe“, ist Tolga Karakas, der Vorstand des Taxiverbands Stuttgart, geschockt, „unsere gesamte Branche wird in Misskredit gebracht – und das ganz ohne Schuld“. Hintergrund waren erste Meldungen, wonach nicht der eigentliche Unfallverursacher unter Drogen stand, als vielmehr der 40-jährige Taxifahrer. Die Polizei räumt ein, aufgrund der zunächst unübersichtlichen Lage, den Unfallhergang nicht exakt umrissen zu haben. „Es ist keiner von uns“, stellt Karakas hinsichtlich des 23-jährigen Unfallverursachers klar. Zwar stamme das Fahrzeug von einem Kollegen aus dem Remstal, „er besitzt aber nur eine Mietwagenlizenz“.

Der Mietwagen des 23-jährigen Unfallverursachers wurde stark beschädigt. Foto: Andreas Rosar Fotoagentur-Stuttg

Dennoch steht seitdem das Telefon des betroffenen Taxiunternehmers Saman Savari nicht mehr still. „Seit den frühen Morgenstunden habe ich bereits weit mehr als 200 Nachrichten erhalten, warum mein Fahrer unter Drogen stand.“ Dabei sei dieser lediglich das Opfer gewesen. Nach seiner Schicht sei der 40-Jährige auf dem Heimweg gewesen als sich der Unfall ereignete. Für Savari ein doppeltes Unglück. Zum einen sei sein Ruf in Misskredit gezogen worden, zum anderen sein Auto ein Totalschaden. Mit mehreren Wochen Verdienstausfall rechnet der Taxi-Unternehmer bis er eines neues Fahrzeug bekommt.

Branche wehrt sich gegen Generalverdacht

Auch in den sozialen Netzwerken kochten die Diskussionen bereits in der Nacht hoch. „Alle Taxifahrer rasen“ oder „die halten sich doch immer an die Regeln“ sind noch einige der netteren Kommentare, andere fordern gar „ein lebenslanges Fahrverbot“. In der sowieso schwierigen Wirtschaftslage wehrt sich die Taxibranche vehement gegen einen solchen Generalverdacht. Um das zu verhindern gebe es zahlreiche Präventionsmaßnahmen. Jeder Fahrer, der bei der Taxi Auto Zentrale Stuttgart aufgenommen werden, muss zuvor eine einwöchige Schulung machen. Zudem seien ständig mehrere Betreuer unterwegs, die Verdachtsfälle umgehend melden würden. „Ein Unfall, bei dem einer unserer Taxifahrer unter Drogen stand, hat es bei uns noch nie gegeben“, betont Karakas daher – auch nicht am Donnerstagabend in Zuffenhausen.