Die Reinigung der Unfallstelle auf der A 81 dauert länger als erwartet. Foto: SDMG

Nach dem schweren Lkw-Unfall am Schönbuchtunnel bei Herrenberg ist die Autobahn immer noch gesperrt. Bei der Entfernung des Asphaltgranulats kam es zu Verzögerungen.

Böblingen - Ein Unfall auf der Autobahn 81 mit einem Muldenkipper sorgte am Donnerstag bis in die weitere Umgebung von Herrenberg (Kreis Böblingen) hinein für ein Verkehrschaos. Der 40-Tonner hatte Asphaltgranulat geladen, als er den Schönbuchtunnel durchqueren wollte. Aus noch nicht bekannter Ursache verlor der 47 Jahre alte Fahrer im Tunnel aber die Kontrolle über seinen Kipper. In der Folge prallte er gegen die Tunnelwand. Der Lastwagen kippte um und blieb liegen. Das Granulat ergoss sich auf die Fahrbahn. In Richtung Singen ist die A 81 nach wie vor gesperrt.

Bei dem Asphaltgranulat handelt es sich laut Peter Widenhorn vom Polizeipräsidium Ludwigsburg, um eine ölige Substanz. Die Bergung erweise sich als schwieriger und langwieriger als erwartet. Zuerst verkündete die Polizei, dass die Reinigung bis gegen 8 Uhr dauern würde und die Sperrung der Röhre dann aufgehoben werden könne. Die alarmierten Mitarbeiter der Autobahnmeisterei setzten eine Kehrmaschine ein, die aber nicht ausreichte. Es musste eine zweite angefordert werden. Das Spezialfahrzeug, das die ölige Substanz beseitigen konnte, habe aber aus dem Fuhrpark bei Pleidelsheim (Kreis Ludwigsburg) anrücken und durch den Stau bis zum Tunnel gelotst werden müssen. Die Aktion zog eine weitere Verzögerung nach sich.

Lastwagen blieb quer auf der Fahrspur liegen

Die Strecke war kurz nach dem Unfall, der sich am Donnerstagmorgen gegen 1.15 Uhr ereignete, gesperrt worden. „Zuvor sind aber einige Autofahrer über das Granulat gefahren“, erklärt Widenhorn. Das mache die Reinigung besonders schwierig. Die Arbeiten sollen bis gegen Mittag abgeschlossen sein. Danach wird laut Widenhorn geprüft, ob die Fahrbahn beschädigt ist. „Wenn das der Fall ist, muss der Defekt behoben werden“, erklärte Widenhorn. Das Ende der Vollsperrung sei damit nicht absehbar, so der Polizeisprecher.

Der 40-Tonner hatte noch zehn Tonnen des Asphaltgranulats geladen. Einen Teil der Ladung hatte er zuvor auf einer Baustelle abgeliefert. Nachdem er im Tunnel ins Schlingern geraten und umgekippt war, rutschte das Fahrzeug an einer Betonleitplanke entlang und blieb quer auf der Fahrspur vor dem Tunnelportal auf der Fahrerseite liegen. Der 47 Jahre alte Fahrer erlitt leichte Verletzungen. Ein 35 Jahre alter Audi-Fahrer hatte nicht mehr rechtzeitig bremsen können und war gegen den Kipper geprallt. Danach streifte er noch einen anderen Lastwagen, der in diesem Moment an der Unfallstelle vorbei gefahren war. Beide Fahrer wurden in ein Krankenhaus gebracht. Der Schaden an den Fahrzeugen wird auf insgesamt 150.000 Euro geschätzt.

Bis gegen Mittag staute sich der Verkehr auf einer Länge von mehr als zehn Kilometern. Die Fahrer auf der A 81 in Richtung Tunnel wurden an der Anschlussstelle Gärtringen ausgeleitet. Derzeit werden der Fahrtenschreiber des 40-Tonners und die Videoaufzeichnungen im Tunnel ausgewertet, um die Unfallursache zu ermitteln. Im Tunnel gilt Tempo hundert, für den Lastwagen ist dort nur Tempo 80 erlaubt.

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