Es könnte ein Zufall sein – oder ein Ampelproblem: Seit Tagen kommt es bei der Staatsgalerie vor dem Wagenburgtunnel immer wieder zu Karambolagen im Baustellen-Labyrinth. Jetzt reagiert die Stadt.
Und wieder ist offenbar eine rote Ampel nicht beachtet worden: Ein Leichtverletzter und 25 000 Euro Schaden ist die Bilanz einer Karambolage am frühen Montagmorgen auf dem Gebhard-Müller-Platz in der Innenstadt. Die verkehrsreiche Kreuzung zwischen Hauptbahnhof und Wagenburgtunnel entwickelt sich offenbar zu einem Brennpunkt – und dabei spielen im Baustellenlabyrinth die Ampeln eine nicht unwesentliche Rolle.
Nach Angaben der Polizei wollte ein 42-jähriger Ford-Fahrer am Montag gegen 5.20 Uhr von der Konrad-Adenauer-Straße (B 14) nach links in die Schillerstraße zum Hauptbahnhof abbiegen. Offenbar müssen dabei zwei Ampeln beachtet werden – doch der Fahrer übersah offenbar die zweite mit Rotlicht. Auf der Kreuzung kollidierte er mit dem entgegenkommenden Audi eines 62-Jährigen, der vom Neckartor in Richtung Charlottenplatz unterwegs war. Der Audi-Fahrer erlitt leichte Verletzungen. Rettungskräfte kümmerten sich um den 62-Jährigen und brachten ihn vorsorglich in ein Krankenhaus.
Ein Auto landet auf dem Dach
Einen Unfall mit demselben Strickmuster hatte es erst am Freitag gegeben. Ein 27-jähriger Mercedes-Fahrer stieß gegen 18.20 Uhr beim Abbiegen mit dem Opel eines 39-Jährigen zusammen, der verletzt in ein Krankenhaus gebracht werden musste. Durch die Wucht des Aufpralls war sein Fahrzeug auf dem Dach gelandet. Es kam zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Offenbar gibt es auf der Kreuzung immer wieder auch andere Karambolagen.
So verzeichnet die Polizei auch einen Unfall zwischen einem Fiat Doblo, einem BMW und einem Toyota am 16. September. Die Folgen laut Polizei: mehrere Zehntausend Euro Schaden und eine Leichtverletzte. Der Fiat-Fahrer soll beim Queren der Kreuzung eine rote Ampel nicht beachtet haben. Außerdem gab es einen Auffahrunfall am darauffolgenden Tag mit mehreren Tausend Euro Schaden. Für einen Taxifahrer, der dort häufig unterwegs ist, dürfte das aber nur die Spitze des Eisbergs sein. Seit Ende August habe es schon mehrere Unfälle gegeben. Mitunter auch deshalb, weil Autofahrer mit der Ampelanlage überfordert seien. Er hat schon acht Fälle gezählt – und fotografisch dokumentiert.
Was die Stadt jetzt tun will
Nun reagiert die Stadt – mit einem Ortstermin am Mittwoch. „Das Amt für öffentliche Ordnung, die Polizei und das Tiefbauamt sind im Austausch zu dieser Problematik“, sagt die Stadtsprecherin Jacqueline Albinus auf Nachfrage. Wegen der neuen Bauphase am Bahnhof mit zusätzlichem Verkehr über den Gebhard-Müller-Platz sei eine neue Verkehrsführung eingerichtet worden. „Diese scheint für die Verkehrsteilnehmer nicht übersichtlich und erkennbar zu sein“, so die Stadtsprecherin. Am Mittwoch wurde das Linksabbiegerproblem an Ort und Stelle erkannt. Nun soll es zusätzliche Schilder geben – außerdem nur noch eine statt zwei Linksabbiegerspuren. Zum Preis von mehr Staus? Laut Sprecherin Jacqueline Albinus wollen die Verantwortlichkeiten nicht lange fackeln: „Die verschiedenen baulichen Maßnahmen zur Optimierung der Sichtbarkeit der Lichtsignalanlage werden zeitnah umgesetzt.“