Unfälle in Baden-Württemberg Mehr Verkehrstote wegen Handy am Steuer

Von Christine Bilger 

  Foto: Oliver Willikonsky
  Foto: Oliver Willikonsky

Das Innenministerium hat ausgewertet, bei wie vielen tödlichen Unfällen der Blick aufs Mobiltelefon die Ursache war. Das Ergebnis ist erschreckend.

Stuttgart - Dieser Tage hat die Polizei in Stuttgart wieder intensiv kontrolliert, ob Autofahrer am Steuer zum Handy greifen. Eine Maßnahme, die nicht immer auf Verständnis stößt. Zahlen des Innenministeriums Baden Württemberg belegen jedoch, dass der schnelle Blick aufs Smartphone eine große Gefahr darstellt. Das Ministerium hat in einer Sonderauswertung erhoben, dass der Handygebrauch bei tödlichen Verkehrsunfällen immer häufiger die Ursache ist – der Anteil stieg in den zurückliegenden drei Jahren von 11,3 auf 17,1 Prozent.

Die Polizei reagiert mit verstärkten Kontrollen

Von 453 Unfällen, bei denen jemand ums Leben kam, spielte im Jahr 2015 Unfällen bei 51 das Telefonieren am Steuer eine Rolle, das waren 11,3 Prozent. Im Jahr 2016kamen weniger Menschen auf den Straßen des Landes ums Leben. In 47 der 380 fatalen Unfälle wurde die „Ablenkung infolge Handynutzung“ als Ursache ermittelt, das ist ein Anteil von 12,4 Prozent. Von den ausgewerteten drei Jahren weist 2017 mit 17,1 Prozent der tödlichen Unfälle die höchste Quote aus. 434 Menschen starben auf den Straßen Baden-Württembergs, in 74 dieser Fälle soll zuvor ein Beteiligter durch sein Handy abgelenkt gewesen sein.

Das Innenministerium reagiert darauf: „Den Kontrolldruck werden wir hier ganz gezielt weiter hochhalten“, teilte der Pressesprecher Carsten Dehner mit. Außerdem werde sich die Polizei im Land am bundesweiten Kontrolltag unter dem Motto „sicher mobil leben“ beteiligen, der in diesem Jahr die unerlaubte Handynutzung als Schwerpunkt hat.

Schon jetzt steigt aufgrund der verstärkten Kontrollen die Zahl der Verstöße, welche festgestellt werden. „Im vergangenen Jahr hat die Polizei bei 72 080 Verkehrsteilnehmern die Handynutzung am Steuer zur Anzeige gebracht. 2016 waren es 58 793, im Jahr 2015 waren es 45 077“, teilt der Ministeriumssprecher Dehner mit.

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