Am Teiler von B 14 und B 29 ereignen sich häufig Unfälle. Foto: Gottfried Stoppel

Im Jahr 2021 ist die Zahl der Verletzten zurückgegangen. Welchen Grund dieser Rückgang hat und welche Unfallursachen die häufigsten sind, lesen Sie hier.

Nachdem die Polizei in ihrer Statistik einen Rückgang der Straftaten im vergangenen Jahr verkündet hat, gibt es eine weitere gute Nachricht: Auch die Zahl jener Menschen, die 2021 bei Verkehrsunfällen verletzt wurden, ist zurückgegangen. Der Jahresbericht des Polizeipräsidiums Aalen, das für die Landkreise Rems-Murr, Ostalb und Schwäbisch Hall zuständig ist, zeigt die wichtigsten Entwicklungen und häufigsten Unfallursachen.

Die Zahl der Unfälle bleibt fast gleich, es gibt weniger Verletzte

Während die Summe aller Unfälle im Bereich des Polizeipräsidiums Aalen bis 2019 stetig angestiegen war, hatte es 2020 einen Bruch gegeben. Und im Jahr 2021 lag die Unfallzahl mit 22 518 sogar auf historischem Tiefststand. Gut 10 300 dieser Unfälle ereigneten sich im Rems-Murr-Kreis. Auch die Zahl der im Straßenverkehr verletzten Personen ist zurückgegangen: Bei 2359 Unfällen wurden 2949 Menschen verletzt – ein Abwärtstrend, der sich auch im Rems-Murr-Kreis zeigt.

Ein Grund für diesen Rückgang dürfte sicher auch in der andauernden Coronapandemie und den damit einhergehenden Maßnahmen im Alltag und der Arbeitswelt zu finden sein. Laut einer Studie im Auftrag des baden-württembergischen Verkehrsministeriums hat sich die Mobilität in Zeiten von Kurzarbeit und Home-Office gewandelt. Menschen fahren weniger Auto und nutzen öfter das Fahrrad – ein Trend, der auch im Jahr 2021 zumindest teilweise noch zu erkennen war. Allerdings heißt es im Bericht der Polizei: „Seit den coronabedingten Lockerungen ist leider zwischenzeitlich wieder ein Anstieg des Verkehrsaufkommens und damit einhergehend auch eine Steigerung bei den Verkehrsunfällen und Verletzten feststellbar.“

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Trotz Entspannung mehr Todesopfer auf den Straßen

Die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle ist seit dem Jahr 2019 fast konstant geblieben. Waren im Jahr 2020 noch bei 25 tödlichen Unfällen ebenso viele Menschen ums Leben gekommen, waren es im vergangenen Jahr bei ebenso vielen Unfällen allerdings zwei Todesopfer mehr. Die Zahl der Getöteten im Rems-Murr-Kreis (3) und im Kreis Schwäbisch Hall (7) ging zurück, während sie im Ostalbkreis auf 15 anstieg. Sechs der Getöteten waren Motorradfahrer, und in trauriger Erinnerung bleibt auch der Tod eines erst sieben Jahre alten Radfahrers auf einem Zebrastreifen in Backnang.

Das sind die häufigsten Unfallursachen

Während Karambolagen mit Blechschaden sich meistens dann ereignen, wenn ein Beteiligter einem anderen die Vorfahrt nimmt, unachtsam abbiegt oder zu schnell fährt, sehen die häufigsten Ursachen bei den schweren Unfällen etwas anders aus. Diese haben sich meistens außerorts ereignet, sodass mit rund 40 Prozent zu hohe Geschwindigkeit hier die häufigste Ursache darstellt. In 16 Prozent der Fälle waren beteiligte Fahrer „nicht verkehrstüchtig“, sprich: betrunken oder hatten Drogen konsumiert. Bei den tödlichen Motorradunfällen war Rasen sogar in fast 60 Prozent der Fälle die Ursache.

Elektroroller tauchen häufiger in der Statistik auf

Ein relativ neues Erscheinungsbild in der Unfallstatistik sind sogenannte „Elektrokleinstfahrzeuge“ – also beispielsweise E-Scooter und Segways. Im Präsidiumsbereich waren diese an 21 Unfällen beteiligt. Gegenüber 16 Unfällen aus dem Vorjahr scheint das eine große Steigerung, allerdings bedeutet dies nicht unbedingt, dass diese Fahrzeuge unfallträchtiger sind als andere Vehikel. Vielmehr sind sie erst seit dem Jahr 2019 zugelassen und erfreuen sich seitdem wachsender Beliebtheit.

Das erwartet die Polizei für das Jahr 2022

Trotz den zurückgegangenen Verletztenzahlen betont der Aalener Polizeipräsident Reiner Möller, sich darauf nicht ausruhen zu wollen: „27 Tote sind 27 zu viel – zu oft wird zu schnell gefahren.“ Im Sinne der „Vision Zero“ – also des Ziels, Verkehrstote komplett zu vermeiden – „werden wir deshalb der Überwachung der Geschwindigkeit weiterhin einen hohen Stellenwert beimessen und diese eng mit der Verkehrsprävention und der begleitenden Öffentlichkeitsarbeit verzahnen“, so Möller.

Ein weiterer Schwerpunkt wird die Kontrolle von Motorrädern sein – nicht zuletzt, weil deren Motorengeräusch für Anwohner beliebter Strecken eine große Belastung sein kann. Auch dieses Jahr wird die Polizei daher an den entsprechenden Stellen – etwa der Sulzbacher Steige, bei Schorndorf-Schlichten, zwischen Schnait und Manolzweiler sowie im Lautertal – entsprechende Kontrollen durchführen.

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