In Leonberg erlauben sich Unbekannte einen Scherz, der bei der Schulleitung so gar nicht gut ankommt. Es gibt zum Thema jedoch keine Vorgeschichte, wie man auf Nachfrage versichert.
Am Berufsschulzentrum (BSZ) Leonberg sind dieser Tage Plakate aufgetaucht – mit einer nicht gerade appetitlichen Botschaft. Fett gedruckt war darauf zu lesen: „Bitte masturbiert bei euch zuhause. Die Schule ist nicht der passende Ort dafür!“ Darüber und darunter wurden detailliert, allerdings mit einigen Rechtschreibfehlern, entsprechende Hinterlassenschaften in den Waschräumen der Schule beschrieben. Außerdem drohten die Verfasser mit Konsequenzen. Versehen waren die Plakate darüber hinaus mit zwei Telefonnummern sowie dem offiziellen Logo des BSZ.
Scherz ist „sehr schlecht und aus dem Nichts heraus“
Nun bestätigt der stellvertretende Schulleiter Rüdiger Koch auf Nachfrage die erste Vermutung: Es handelt sich um einen Scherz. „Sehr schlecht und aus dem Nichts heraus“, wie er beschreibt. Es gebe auch keine Vorgeschichte zu etwaigen Geschehnissen an der Schule aus der jüngeren Vergangenheit. „Und auch ähnliche Vorfälle mit Fake-News hatten wir noch nicht“, so Koch. Es handle sich letztendlich um einen „klassischen Fall von Nonsens“, der sich rasant über Social Media verbreitet habe – „mit allen negativen Folgen“. Natürlich seien die Zettel noch am selben Tag wieder entfernt worden.
Und was ist mit den angegebenen Telefonnummern? Eine kurze Recherche schafft Klarheit. Die Nummern führen zur Internetseite https://digitalcourage.de. Unter dem Motto „Frank geht ran“ wird dort verkündet: „Der Anrufbeantworter von Frank hilft, nervige Anrufer.innen loszuwerden. Franks Rufnummer können Sie an Personen weitergeben, mit denen Sie nicht sprechen wollen. Frank geht ran, wenn Sie nicht wollen.“ Ob aufgrund der Plakate jemand die Nummern gewählt hat, ließ sich nicht mehr nachvollziehen.
Verein widmet sich dem „unbewegten Datenverkehr“
Bei Digitalcourage handelt es sich um einen 1987 gegründeten, gemeinnützigen Verein mit Sitz in Bielefeld, der sich unter anderem für die informationelle Selbstbestimmung stark macht und sich kritisch mit der Datenschutzproblematik auseinandersetzt. Bei seiner Gründung hieß er übrigens noch Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs.