Die Original Steinlachtaler erfreuen mit fantasievollen Masken die Gäste in Wernau. Foto: /Ines Rudel

Bei den großen Faschingsumzügen in Wernau und Neuhausen marschierten tausende Hästräger durch die Stadt. Mehrere zehntausend Besucher bejubelten das Spektakel.

Wernau/Neuhausen - Hecka, Heala! – Hoi, hoi, hoi!“ – der Ruf der Wernauer Narren war am Samstag nur einer von vielen, die durch die Stadt hallten. In einem gigantischen Zug schlängelten sich knapp 80 Gruppen mit Hexen, Teufeln, Narren, Spielmanns- und Fanfarenzügen über die Kirchheimer Straße. „Der Umzug ist super gelaufen. Die Stimmung ist sehr ausgelassen und friedlich“, freute sich der Erste Zunftmeister der Wernauer Narren, Marcel Reith, kurz nach dem Ende des Umzuges. Er schätzt, dass mehr als 30 000 Zuschauer in diesem Jahr nach Wernau gekommen sind. Die Teilnehmer des Umzuges stammten aus ganz Baden-Württemberg, Bayern und der Schweiz und machten Wernau auch in diesem Jahr zu einer Hochburg der schwäbisch-alemannischen Fasnet.

Einige gruselige Maskengruppen

Von den zuweilen gruseligen Maskengruppen bis hin zu Vereinsmitgliedern, die mit ihren kreativen Verkleidungen und Tänzen oft für Heiterkeit sorgten, reichte die Bandbreite der Teilnehmer. Besonders hervorzuheben war in diesem Zusammenhang erneut der örtliche Akkordeonverein, der im Badeanzug und mit einer perfekt einstudierten Choreografie durch die Straßen tanzte. Darüber hinaus sorgte das Schiff „Bloody Mary“ der Glotterpiraten allein aufgrund seiner gigantischen Ausmaße für viele staunende Blicke. Von einem Lastwagen gezogen wachte zunächst ein finster dreinblickender Riesenaffe über die Mädchen im Bikini, die sich zu seinen Füßen in einem warmen Jacuzzi rekelten. Verfolgt wurde der Riesenaffe vom Piratenschiff, das ebenso wie der Affe gute drei bis vier Häuserstockwerke in die Höhe ragte.

Kaum weniger kreativ waren die Verkleidungen der Besucher. Von Perücken in schrillen Farben über glitzernde Schminke bis hin zu einer Verkleidung als Küchenmixer, Fee, Prinzessin oder Kätzchen reichten die Ideen. Nach dem Umzug wird vor allem rund um den Platz vor dem Rathaus „bis spät in die Nacht“ gefeiert, wie der Erste Zunftmeister Reith bereits am Nachmittag ankündigte.

Publikum in fantasievollen Kostümen

„Auf die Pauke haut´se – Bauze, Bauze“, hieß es dann am Sonntagnachmittag in der Kirch-, Markt-, Bahnhof- und Wilhelmstraße. Die Neuhausener Narren hatten zu ihrem Fasnetsumzug eingeladen und 84 Gruppen mit 3500 Narren, Hexen, Teufeln und Spielmannsmusikern waren der Einladung gefolgt. „Superschön, und das Wetter hat auch gehalten“, resümierte der Präsident des Narrenbunds Neuhausen, Ronald Witt, kurz nach dem Ende des Umzuges.

Bestaunt wurde der Umzug von rund 40 000 Besuchern, wie die Veranstalter schätzen. Die meisten Gäste hatten sich ebenfalls verkleidet. Vom Wikinger über Aerobic-Trainerinnen in neonfarbenen Leggings oder einem schottischen Highlander mit Kilt bis hin zu entflohenen Häftlingen in schwarz-weiß gestreifter Sträflingskleidung: Es gab viel zu sehen.

Konfetti im Haar oder stibitzte Schuhe

Wer am Straßenrand nicht aufpasste, der konnte schnell zum Ziel des Schabernacks der Narren werden. Vom bunten Konfetti in den Haaren bis hin zu entwendeten Schuhen trieben die maskierten Gesellen ihre Späße, denen vor allem junge Mädchen zum Opfer fielen. Für die meisten Besucher hatten die Umzugsteilnehmer allerdings keinen Schabernack, sondern Süßigkeiten dabei, die sie insbesondere an die vielen Kinder verteilten.

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