Mikroplastik in Kunstrasenplätzen ist ein heißes Thema. Das Thema ist aktuell und treibt nicht nur Fußballfans um Foto: Patricia Sigerist

Der Umwelttechnikpreis Baden-Württemberg zeigt eine große Palette, wie innovative Unternehmen Ökologie und Ökonomie verbinden.

Fellbach - Mikroplastik im Kunstrasen – das Thema ist aktuell und treibt nicht nur Fußballfans um. Das darauf verstreute Granulat ist eine große Belastung für die Umwelt. „In Stuttgart gibt es 53 Kunstrasenplätze, die von 89 Vereinen genutzt werden“, sagte Umweltminister Franz Untersteller (Grüne).

Die Firma Hauraton bietet ein Filtersystem, um den Austrag von Mikroplastik aus Kunstrasenplätzen zu verhindern

An einer Lösung hat ein Rastatter Unternehmen geforscht, das bei der feierlichen Verleihung des Umwelttechnikpreises Baden-Württemberg am Dienstagabend im Hessesaal der Fellbacher Schwabenlandhalle mit einem ersten Platz ausgezeichnet wurde. Die Firma Hauraton bietet ein Filtersystem, um den Austrag von Mikroplastik aus Kunstrasenplätzen zu verhindern. „Das ist ein guter Beitrag zur Lösung eines drängenden Problems“, sagte Franz Untersteller. Das Rinnenfiltersystem „Sportfix Clean“ hält Mikroplastik oder Schwermetalle aus der Entwässerung von Kunstrasen-Sportplätzen zurück. Das System wird seit Dezember 2018 für neue Kunstrasenplätze oder als Nachrüstung für bestehende angeboten. Das Produkt wurde Sieger in der Kategorie „Emissionsminderung, Aufbereitung und Abtrennung“. Insgesamt wurden Preise in vier Kategorien verliehen – weitere waren „Energieeffizienz“, „Materialeffizienz“ und „Mess-, Steuer- und Regeltechnik, Industrie 4.0“ sowie ein Sonderpreis der Jury.

Das Logo des Umwelttechnikpreises biete potenziellen Kunden wichtige Entscheidungskriterien

Das Preisgeld beträgt insgesamt 100 000 Euro. Der Umweltminister machte deutlich, dass stets auf das Produkt geschaut werde – egal ob die Firma groß, klein oder auch ein Start-up ist und ermunterte, sich auch in zwei Jahren wieder zu bewerben. Das Logo des Umwelttechnikpreises biete potenziellen Kunden wichtige Entscheidungskriterien.

Insgesamt bewarben sich knapp 80 Firmen, von denen 29 nominiert wurden. Der Umwelttechnikpreis hat selbst Jubi­läum: Er findet seit 2009 im Zweijahresrhythmus statt. „Der Preis hat einen ­hohen Bekanntheitsgrad und zeigt inno­vative Umwelttechnik made in Baden-Württemberg“, warb Untersteller vor dem versammelten Fachpublikum.

Eine Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Solarindustrie erhofft sich der Minister von dem ersten Preisträger in der Kategorie „Material­effizienz“. NexWafe aus Freiburg hat ein Verfahren entwickelt, das bei der Herstellung von Wafern für die Solarindustrie den Siliziumverlust um 90 Prozent reduziert. NexWafe plant eine Fabrik, die 2021 die Massenproduktion monokristalliner Wafer aufnehmen soll.

In der Kategorie Energieeffizienz erhielt SEW Eurodrive aus Bruchsal den ersten Platz

Der weltweit erste Verbraucherzähler für Luft wurde in der Kategorie „Mess-, Steuer- und Regeltechnik, Industrie 4.0“ mit dem ersten Platz prämiert. Das Start-up Luftmeister aus Kirchzarten ermöglicht die Erfassung der verbrauchsabhängigen Lüftungskosten und einen umweltbewussteren Umgang mit Lüftungsanlagen. In Gebäuden mit mehreren Mietern dient der Luftmeister als Verbrauchszähler von Klimaanlagen und ermöglicht eine exakte Abrechnung. Bisher hatten sich Lüftungskosten nicht nach dem Verbrauch, sondern nach genutzter Fläche berechnen lassen. In der Kategorie Energieeffizienz erhielt SEW Eurodrive aus Bruchsal den ersten Platz. Das Leistungs- und Energiemanagementsystem von SEW-Eurodrive erhöht die Lebensdauer industrieller Antriebssysteme und entlastet die Netzinfrastruktur. Der Sonderpreis ging an die Firma Eisenmann Anlagenbau aus Holzgerlingen für ihr Fördersystem VarioLoc für Automobilkarosserien.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: