Matthias Lutz, Vorsitzender: „Wir wollen uns für den Schutz der Landschaft rund um den Asemwald kümmern.“ Foto: Rüdiger Ott

Umweltschutzverein Asemwald wirkt im Verborgenen und macht wenig Aufhebens um sein Engagement.

Asemwald - Mit einem juristischen Trick wollten sie die Investoren überrumpeln. Eine Wohnbaugesellschaft war schon bereit, um zwischen dem Block A des Asemwalds und der Ohnholdstraße ein Haus zu bauen. Auch ein Ölkonzern war unter den Bietern, eine Tankstelle sollte dort gebaut werden. Das wollten sich die Asemwalder nicht gefallen lassen. Doch was, wenn die Fläche gar nicht mehr zum Verkauf stünde? Also gründeten sie 1981 einen Verein, sammelten Geld und kauften das Grundstück auf. Die Baupläne landeten daraufhin im Papierkorb.

Die Gründungsgeschichte des Asemwalder Umweltschutzvereins offenbart einen Zweck, der kaum dem Anspruch der Gemeinnützigkeit standhalten kann. Also ersannen die Mitglieder einen Rechtskniff. Matthias Lutz, heute der Vorsitzende des Vereins, beschreibt ihn so: „Wir wollen uns für den Schutz der Landschaft rund um den Asemwald kümmern“, sagt er. Der juristische Winkelzug von einst ist längst das Hauptanliegen geworden. An der Gemeinnützigkeit des Vereins kann heute jedenfalls kein Zweifel mehr bestehen.

Verein wirkt meist im Verborgenen

„Zum festen Programm gehört die Waldputzete“, sagt Lutz. Im März eines jeden Jahres ziehen einige Mitglieder mit Müllsäcken los und sammeln Unrat aus dem Wald. 20 bis 30 Leute sind meist dabei. Außerdem organisiert der Verein Führungen durch den Wald. Einmal im Jahr wird zudem ein Experte geladen, der zusammen mit einer Gruppe Interessierter Fledermäusen nachspürt. „Gerade Kinder finden das ganz spannend“, sagt Lutz. Und rund um Kastanienbäume rechen Helfer regelmäßig das Laub zusammen, damit sich dort keine Motten einnisten können.

Meist jedoch wirkt der Verein im Verborgenen und macht wenig Aufhebens um sein Engagement. Andere Vereine und Initiativen aus der Umgebung, die sich ebenfalls für die Umwelt einsetzen, werden finanziell unterstützt. Da geht es dann etwa um die Pflege der Streuobstwiesen. Vor zwei Jahren wurden Bäume entlang der Ohnholdstraße gepflanzt. Und findet sich auf dem Birkacher Feld mal eine morsche Bank, „dann stellen wir eine neue auf“, sagt Matthias Lutz.