Umweltschutz im Kreis Ludwigsburg Idealismus trifft auf Pragmatismus

Von Susanne Mathes 

Ist das Obst erst einmal geerntet, ist die Saftproduktion energieintensiv Foto: dpa
Ist das Obst erst einmal geerntet, ist die Saftproduktion energieintensiv Foto: dpa

Bosch, Dommer, Kumpf, Lotter und Hohenstein Laboratories machen beim Projekt Ecofit mit. Sie wollen die Umwelt entlasten – und damit auch Kosten sparen.

Kreis Ludwigsburg - Für einen wirtschaftsstarken Kreis wie Ludwigsburg dauerte die Anbahnungsphase überraschend lang: Der Klimaschutzmanager Dennis Fricken leistete erst einmal ein Jahr Überzeugungsarbeit. Dass dann am Dienstag tatsächlich der Startschuss für das vom Umweltministerium mitfinanzierte Projekt Ecofit fiel, dafür gab letztlich eine Stuttgarter Fabrik den Ausschlag: Der Fahnenhersteller Dommer spielte für die Mindestteilnehmerzahl vom fünf Unternehmen das Zünglein an der Waage. Nun habe man einen Vorzeige-Firmenmix beisammen, findet Christian Sußner, Dezernent für Umwelt und Technik beim Landkreis Ludwigsburg. Mit von der Partie sind neben Dommer die Unternehmen Bosch, Lotter, Kumpf und Hohenstein Laboratories. Angeschrieben hatte Fricken an die 90 Firmen.

Ecofit will die Unternehmen dabei unterstützen, beim Klima- und Umweltschutz voranzukommen und ihre Energie-, Wasser-, Abfall- und Ressourcenbilanz aufzupolieren. „Dabei geht es um idealistische, aber auch um pragmatische Motive“, sagt Fricken. Auch wenn die Sache zunächst Geld koste: Längerfristiges Ziel seien Kosteneinsparungen. Im Laufe des Projektjahres begehen Fachleute die Firmen und nehmen Anlagen wie Heizung oder Dampfkessel unter die Lupe. Auch maßgeschneiderte Beratungen zu Themen wie Gefahrstofflagerung oder Abfallentsorgung sowie regelmäßige Workshops stehen auf der Agenda. Die Städte Ludwigsburg und Korntal-Münchingen, die IHK Region Stuttgart und die neu aufgestellte Ludwigsburger Energieagentur unterstützen das Projekt.

Vorfreude auf den Erfahrungsaustausch

Die Firmen wollen sich auf ihrem Weg zum nachhaltigeren Arbeiten untereinander kurzschließen. „Wir freuen uns auf einen Erfahrungsaustausch, gerade mit Mittelständlern“, sagt Bernhard Freckmann vom Bosch-Entwicklungsstandort Schwieberdingen. „Input und Unterstützung erhoffen wir uns aber auch beim Thema Rechtssicherheit.“ Da spricht er Manfred Kroneberg von Dommer aus der Seele. „Bei all den Vorschriften und Auflagen immer auf der sicheren Seite zu sein, ist gerade für einen Mittelständler fast ein Ding der Unmöglichkeit“, stöhnt er.

„Umwelt ist für uns als Lebensmittelhersteller, der aus der Natur schöpft, ein großes Thema. Gerade, weil wir sehr energieintensiv arbeiten“, erklärt Bernhard Kumpf vom gleichnamigen Safthersteller. Sich über den großen Firmenfuhrpark Gedanken zu machen, nennt Folker Ernst vom Handelsunternehmen Lotter als einen der Motivationsgründe, bei Ecofit mit am Start zu sein. Und Hohenstein Laboratories hat eine Senkung des Energie- und Wasserverbrauches im Fokus – und will die Mitarbeiter dabei stärker mit ins Boot nehmen.

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