Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) hat die Rüge der Umweltorganisation Greenpeace, die grün-geführte Landesregierung habe beim Thema Zwischenlagerung von hochradioaktiven Abfällen ihre Wahlversprechen nicht eingehalten, scharf zurückgewiesen. Foto: dpa

Zwischenlagerung von hochradioaktiven Abfällen: Umweltminister spricht von  "Stimmungsmache".

Stuttgart - Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) hat die Rüge der Umweltorganisation Greenpeace, die grün-geführte Landesregierung habe beim Thema Zwischenlagerung von hochradioaktiven Abfällen ihre Wahlversprechen nicht eingehalten, scharf zurückgewiesen. "Ich habe mit Verwunderung zur Kenntnis genommen, dass Sie mir und den Grünen Wortbruch vorwerfen, wenn wir jetzt nicht den Weg für eine sichere Einlagerung in Philippsburg frei machen. Diesen Vorwurf möchte ich hiermit in aller Form zurückweisen", schrieb Untersteller am Donnerstag in einem offenen Brief an Tobias Münchmeyer.

Der Politik-Vizechef von Greenpeace hatte tags zuvor den Grünen vorgehalten, sie hätten vor der Landtagswahl noch angekündigt, hochradioaktiver Müll solle künftig nicht mehr durch ganz Deutschland nach Gorleben transportiert werden, sondern müsse am Ort der Entstehung, sprich beim Kernkraftwerk, zwischengelagert werden. Die grün-rote Landesregierung habe bisher aber am Standort Philippsburg nichts dafür getan, dass dort künftig Castorbehälter deponiert werden könnten.

Untersteller forderte Münchmeyer am Donnerstag auf, "die Fakten nicht aus dem Auge zu verlieren". Eine Genehmigung für eine solche Zwischenlagerung brauche lange, und es sei "schlechterdings unmöglich", sie für den nächsten Castor-Transport von La Hague nach Gorleben in diesem Herbst noch zu erreichen. Dass Greenpeace den Eindruck erweckt habe, die Zwischenlagerung in Philippsburg scheitere "allein an den wortbrüchigen Grünen, ist Stimmungsmache".

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