Der Wein ist schon mal im Glas – jetzt nur noch flott ins Netz Foto: Decksmann

Man kann mit Freunden in Zeiten von Corona auch via Internet anstoßen, hat unser Kolumnist KNITZ erfahren – und die Sache hat sogar einen enormen Vorteil.

Stuttgart - In der Not landen auch jene Zeitgenossen beim Internet, die bisher im Glauben lebten, der Mensch sei vorzugsweise für analoge Kontakte geschaffen. Also von Angesicht zu Angesicht. Abends in der Kneipe mal auf ein Bier treffen. Oder im Garten gemeinsam was grillen.

Grillen, meint KNITZ, müsste aus streng virologischer Sicht eigentlich ­immer noch drin sein, wenn die Grillstecken lang genug sind.

Wie bei „Raumschiff Enterprise

Vergangenen Freitag dann die Anfrage via Whats­App von Freunden, ob man sich am Samstag nicht auf ein Glas Wein treffen könne. Hoppla, dachte KNITZ, haben die noch alle Tassen im Schrank? Aber dann der entlastende Zusatz: „Wir können uns doch mal über Skype zuprosten und ein Schwätzle halten.“

Für Leserinnen und Leser, die eher in der nichtdigitalen Welt zuhause sind: Beim Skypen wird das Handy gewissermaßen zum Bildtelefon. So wie früher bei „Raumschiff Enterprise“. Wie das genau funktioniert, weiß KNITZ nicht, wir hatten einen Experten an Bord, der meinte, es sei kein Problem, drei Haushalte miteinander zu verknüpfen.

Nur eine Notlösung

Punkt halb neun stand die Leitung. Man erkundigte sich, wie’s den anderen so gehe, ob alle wohlauf seien, was der Job in diesen schwierigen Zeiten mache. Und dann hoben alle ihr Glas, und man stieß auf das Wochenende an, die Gesundheit und darauf, dass der Virenspuk möglichst schnell vorbei sein möge.

Die Plauderei war nett, zog sich zwei Stunden hin, doch am Ende waren sich alle einig, dass dies nur eine Notlösung sein könne. Aber einen Vorteil hatte das Ganze: Der Schwabe KNITZ hatte einen Wein aus dem Keller geholt, den er bei einer so großen Runde kaum aufgefahren hätte.