In Berlin warben am Mittwoch TTIP-Gegner für eine geplante Großdemo gegen das Freihandelsabkommen am 10. Oktober. Foto: dpa

Mehr als drei Millionen Unterschriften haben Gegner der Freihandelsabkommen TTIP und CETA gesammelt und nun an die EU-Kommission übergeben. Die Politik dürfe dieses Zeichen nicht ignorieren, sagte die Kampagnenleiterin.

Brüssel - Gegner der geplanten Freihandelsabkommen TTIP und CETA haben rund 3,3 Millionen Protest-Unterschriften an die EU-Kommission übergeben. Die Anzahl der im Laufe eines Jahres gesammelten Stimmen sei ein Zeichen, das die Politik nicht ignorieren dürfe, sagte Kampagnenleiterin Stephanie Roth am Mittwoch in Brüssel.

Nach Angaben deutscher Aktivisten hat „Stop TTIP“ mehr Unterzeichner als jede andere Europäische Bürgerinitiative bisher. Offiziell ist sie bislang allerdings nicht als solche anerkannt.

Die EU-Kommission erklärte in einer Stellungnahme, dass sie den Protest ernst nehme, aber bei Freihandelsabkommen an den Verhandlungsauftrag der Mitgliedstaaten gebunden sei. Nach EU-Recht könnten Europäische Bürgerinitiativen im positiven Sinn Vorschläge machen, allerdings nicht verlangen, einem Auftrag der Mitgliedstaaten nicht nachzukommen, sagte ein Sprecher.

Unterschriften-Übergabe in Scheck-Form

Europaweit fordern Kritiker, die Verhandlungen mit den USA für TTIP zu stoppen und das mit Kanada verhandelte Abkommen CETA nicht zu ratifizieren. Sie befürchten, dass europäische Regeln ausgehölt werden und ökologische sowie soziale Standards sinken.

Zur Übergabe der Unterschriften hatten die Aktivisten zuvor eine symbolische Aktion vor dem zentralen Kommissionsgebäude organisiert. Dabei warfen sie so lange Unterschriftenzettel in eine Waage, bis die Bürgerstimmen das Gewicht von „Säcken mit Konzerninteressen“ auf der anderen Seite übertrafen. In Scheck-Form wurden die Unterschriften anschließend an einen Vertreter der EU-Kommission übergeben.

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