Die Familie Filbinger in ihrem Haus in Freiburg: Sohn Matthias, Ehefrau Ingeborg mit Tochter Alexa auf dem Schoß, die Töchter Susanne, Bärbel und Hannelore und Hans Filbinger. Foto: dpa

Der Streit um das Buch der ältesten Tochter des früheren baden-württembergischen CDU-Ministerpräsidenten Hans Filbinger ist beigelegt. Susanna Filbinger-Riggerts Schwester hat ihren Antrag auf einstweilige Verfügung zurückgezogen.

Stuttgart - Der Streit um das Buch der ältesten Tochter des früheren baden-württembergischen CDU-Ministerpräsidenten Hans Filbinger ist beigelegt. Eine Schwester der Autorin Susanna Filbinger-Riggert hat ihren Antrag auf einstweilige Verfügung gegen die Veröffentlichung zurückgezogen. Das bestätigte Andreas Rau von der Münchner Anwaltskanzlei Rau & Rau am Freitag.

Damit reagiere seine Mandantin darauf, dass in dem Anfang Mai veröffentlichten Buch direkte Zitate aus den jüngst aufgefundenen Tagebüchern des 2007 verstorbenen Filbingers auf ihr Drängen herausgenommen worden seien. Der ehemalige Regierungschef Filbinger ist umstritten, weil er in der Nazi-Zeit als Marinerichter an Todesurteilen beteiligt war.

60 Tagebücher gefunden

Filbinger-Riggert hatte vor vier Jahren 60 Tagebücher ihres Vater im Freiburger Elternhaus gefunden und ihren Geschwistern teilweise vorenthalten, dass sie auf deren Grundlage ein Buch schreibt. Inzwischen hat sie die Dokumente der Konrad-Adenauer-Stiftung übergeben. Ihre Geschwister fordern weiterhin, die 60 Notizhefte des Vaters in Händen halten und lesen zu können. Einigt sich die Erbengemeinschaft nicht darauf, dass die Geschwister die Tagebücher einsehen können, müsse gerichtlich ein Verwahrer bestellt werden. Anwalt Rau zeigte sich aber zuversichtlich: „Die können sich schon irgendwie einigen.“

Susanna Filbinger-Riggert kommt in ihrem Buch zu dem Schluss, dass ihr Vater kein NS-Gegner war. Dagegen hatte bei der Beerdigung 2007 der damalige Regierungschef Günther Oettinger (CDU) gesagt, Filbinger sei kein Nationalsozialist gewesen, sondern ein Gegner des Regimes. Diese Aussage hatte für heftige Kontroversen gesorgt.

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