Einladung für die Predigt von Muhammad Raza Saqib Mustafai Foto: StN

Im Internet ruft der pakistanische Vorbeter Mustafai offen zum Judenmord auf. In einer Stuttgarter Moschee durfte er dennoch sprechen. Sehr zum Ärger des Israelischen Gesandten in Deutschland.

Stuttgart - Der Auftritt eines pakistanischen Hasspredigers in Stuttgart wirft Fragen auf: Muhammad Raza Saqib Mustafai hat in der Vergangenheit offen dazu aufgerufen, Juden zu töten: „Wenn der letzte Jude auf dieser Welt getötet wird, wird Frieden in der Welt sein“, sagt er in einem Video. In einem anderen: „Wenn die Juden vernichtet sind, ist die Welt gereinigt.“ Mustafai predigte am vergangenen Freitagabend in Bad Cannstatt vor etwa 300 Männern und Jungen. Mustafai besuchte nach gemeinsamen Recherchen unserer Zeitung und der „Jerusalem Post“ die Al-Madina-Moschee.

Der für das Gebetshaus verantwortliche Verein Pakistan Welfare Society Stuttgart will erst durch unsere Anfrage von den radikalen Einstellungen seines Gastes erfahren haben. „Wir dulden niemanden in unserer Moschee, der anderen Menschen Negatives tun will“, sagte ein Sprecher. Der Verein ist vom Finanzamt als „gemeinnützig“ eingestuft, wird also steuerlich begünstigt. Zudem wird auf der offiziellen Internetseite der Stadt Stuttgart auf den Gebetsraum in Cannstatt verwiesen.

Kritik aus der israelischen Botschaft

Der Gesandte der israelischen Botschaft in Deutschland, Avraham Nir-Feldklein, verurteilte den Auftritt: „Wir hoffen, dass öffentliche Mittel künftig nicht Organisationen zugute kommen, die denjenigen eine Bühne bieten, die zu Hass nicht nur gegen Juden und Israel aufrufen, sondern auch gegen andere Bevölkerungsgruppen.“

Unklar ist, wer Mustafai das Visum für die Einreise in die Europäische Union ausgestellt hat. „In den zurückliegenden Monaten haben deutsche Auslandsvertretungen kein Visum an eine Person mit dem genannten Namen erteilt“, hieß es aus dem Auswärtigen Amt. Denkbar ist, dass Mustafai mit falschen Ausweisdokumenten einreiste.

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