Wie geht der Bahnausbau in der Region weiter? Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Während das Verkehrsministerium eine Machbarkeitsstudie für einen zusätzlichen unterirdischen Kopfbahnhof in Stuttgart noch ausführlich bewerten will, erwarten die Stadt und die Region die baldige Herausgabe des Papiers.

Stuttgart - Die Machbarkeitsstudie für eine von Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) geforderte unterirdische Zusatzstation am Stuttgarter Hauptbahnhof ist für unbestimmte Zeit unter Verschluss im Ministerium. Wenn es nach der Stadt Stuttgart geht, auf deren Flächen die Gedankenspiele des Ministeriums stattfinden, soll sich das alsbald ändern. Unterstützung bei der Forderung, das gut 60 Seiten starke Dokument zu veröffentlichen, bekommt das Rathaus vom Regionalverband.

 

Stadt erinnert an Mithilfe

Man sei „sehr daran interessiert, über die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie informiert zu werden. Die Stadt wird sich diesbezüglich an das Verkehrsministerium wenden“, erklärt eine Rathaus-Sprecherin. Die Stadt habe beim Erstellen der Studie „vielfältige Daten und Einschätzungen zur Verfügung gestellt, etwa Kataster- und Leitungspläne, geologische Schnitte sowie Informationen zu Grund- und Mineralwasser“.

Der Abschlussbericht zur Machbarkeitsstudie, den das Verkehrsministerium als Entwurf verstanden wissen will, listet eine Reihe von diffizilen Bauabschnitten auf, in denen die Station und die mehr als fünf Kilometer zusätzlichen Tunnel in die Nähe der Mineralwasser führenden Schichten geraten. Besonderes Augenmerk dürfte die Stadt auf den Bereich des Nordbahnhofs legen. Dort müssten für den Bau Teile des IGA-Stegs abgerissen werden. Der in der Nordbahnhofstraße fahrenden Stadtbahnlinie U 12 droht eine längere Unterbrechung.

Ministerium hat noch Klärungsbedarf

Auswirkungen könnte das Vorhaben auch auf den Ausbau der S-Bahn haben. Das ruft Regionalpräsident Thomas Bopp (CDU) auf den Plan. Die Region ist für den S-Bahn-Verkehr verantwortlich. Er gehe „davon aus, dass wir die Machbarkeitsstudie zeitnah erhalten werden“, so Bopp. Das Verkehrsministerium hatte vergangene Woche erklärt, das Papier müsse „zunächst im Haus tiefer bewertet und gegebenenfalls ergänzender Untersuchungsbedarf festgelegt werden“. Die Idee einer Ergänzungsstation werde „auch Gegenstand von Gesprächen innerhalb der Koalition sein“, hieß es aus dem Ministerium. In der Zusammenfassung der grün-schwarzen Sondierung heißt es: „Zudem wird die Landesregierung einen leistungsfähigen und digitalen Bahnknoten Stuttgart unterstützen.“