Umweltaktivisten protestieren gegen die Glyphosat-Entscheidung. Foto: BELGA

Die EU verlängert die Zulassung für das umstrittene Unkrautgift Glyphosat. Kein Grund für die Industrie, zu jubilieren, meint Werner Ludwig.

Brüssel - Ursprünglich hatte die EU-Kommission eine Verlängerung der Glyphosat-Zulassung um zehn Jahre angepeilt. Umweltverbände forderten dagegen ein sofortiges Aus für den Wirkstoff des vom US-Hersteller Monsanto entwickelten Unkrautvernichters Roundup. Nun sind es nach langem Hickhack fünf Jahre geworden. Angesichts der unklaren Faktenlage zu den gesundheitlichen Risiken von Glyphosat und möglichen negativen Wirkungen auf das Ökosystem – Stichwort Insektensterben – wäre eine kürzere Frist besser gewesen. Denn in der EU gilt nach wie vor das Vorsorgeprinzip, nach dem begründete Zweifel an der Unbedenklichkeit eines Verfahrens oder eines Stoffs genügen, um deren Anwendung zu verbieten.

Immerhin haben die Bauern nun Planungssicherheit. Und die Industrie sollte wissen, dass sie die Entwicklung unbedenklicherer Wirkstoffe vorantreiben muss. Auch die mechanische Unkrautbekämpfung bietet noch viel Potenzial – nicht zuletzt durch die neuen Digitaltechnologien, die unerwünschte Pflanzen immer besser aufspüren können. Gegen Glyphosat sprechen im Übrigen nicht nur ökologische, sondern auch ökonomische Gründe. So tauchen in den USA, wo große Flächen regelmäßig damit behandelt werden, immer öfter resistente Unkräuter auf, denen das Totalherbizid nichts mehr anhaben kann.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: