Anfang 2012 werden im Schlossgarten Bäume umgepflanzt. Foto: dapd

84 Bäume hat die Bahn nach dem Schlichterspruch zu Stuttgart 21 aus dem Schlossgarten umpflanzen lassen. Die Bilanz ist durchwachsen.

Stuttgart. - Sie waren einer der Streitpunkte in der Stuttgart-21-Schlichtung unter Heiner Geißler: die großen Bäume im Schlossgarten. Beschlossen wurde Ende 2010, dass alle, die nicht ohnehin krank sind, versetzt werden müssen. Ganz so gekommen ist es nicht. Aber letztendlich sind 84 Bäume aus dem Bereich des Schlossgartens und des Kurt-Georg-Kiesinger-Platzes in den Jahren 2011 und 2012 umgepflanzt worden. Das geht aus einer Antwort des Verkehrsministeriums auf eine Anfrage des Grünen-Landtagsabgeordneten Markus Rösler hervor.

Darin wird auch die Frage beantwortet, wie der Zustand der Bäume ist. Für den Großteil gilt: gut. Inzwischen zeigt sich aber auch, dass ein Teil die Maßnahmen nicht überstanden hat. Tot ist mittlerweile jeder fünfte Baum. Acht sind bereits gefällt, neun weitere werden im Behördendeutsch als „abgängig“ bezeichnet. Auffällig ist, dass von den 14 innerhalb des Schlossgartens verpflanzten Bäumen nur zwei betroffen sind.

Stadt für Pflege zuständig

„Bäume umzupflanzen bedeutet generell Stress“, heißt es aus dem Gartenamt der Stadt. Wenn die Vitalität eines Baumes ohnehin geschwächt sei, könne er sich am neuen Standort nur schwer entwickeln. „Die Mitarbeiter des Amts kümmern sich um den Anwuchs und die Pflege der Bäume, seitdem sie von der Bahn übernommen wurden. Sie haben sie sorgsam gedüngt, gewässert oder die Kronen ausgelichtet – dies machen sie bei den vitalen Bäumen weiterhin“, sagt ein Sprecher.

Die Grünen wollen indes klären, ob Nachpflanzungen oder Entschädigungszahlungen notwendig sind, so Rösler.

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