Viele kleinere Dinge sorgen dafür, dass in Leinfelden viel dichter Verkehr herrscht. Und jetzt gibt es aufgrund der Umleitung auch noch viel Stau.
Die Allermeisten werden es sicherlich begrüßen, dass auf den Straßen rund um das Leinfeldener Areal Neuer Markt maximal Tempo 30 erlaubt sind. Da traut man sich als Fußgänger durchaus mal, öfters die Straßenseite zu wechseln, um bei diesem oder bei jenem Einzelhändler vorbeizuschauen, ohne durch allzu forsche Autofahrer in Bedrängnis zu geraten.
Wobei hier erwähnt werden muss, dass es längst nicht immer möglich ist für den Verkehr, hier überhaupt an Tempo 30 heranzukommen. Dass der allgemeine Verkehr meist darunter bleibt, liegt längst nicht daran, dass diese Ortsdurchfahrt gerade Umleitungsstrecke der voll gesperrten L 1208 ist zwischen Echterdingen und Seebruckenmühle. Eine Vor-Ort-Beobachtung zeigt: Auch an einem ganz normalen Wochentag schlängelt sich der Verkehr langsamer als gedacht durch diese Straßen.
Man könnte ja nun einwenden, dass zumindest für die Dauer der Umleitung das Tempolimit aufgehoben wird, rein organisatorisch wäre das eine relativ einfache Maßnahme. Aber vermutlich dürften behördliche Sicherheitsbedenken dagegen sprechen. Und außerdem wäre da nichts gewonnen. Das zeigt ein Blick auf die Verkehrssituation in diesem Teil von Leinfelden.
Das beginnt schon mit dem sehr eng gefassten Kreisverkehr am Ortseingang von Echterdingen kommend. Der ist teilweise so eng gefasst, dass schon jener Autofahrer, der die Haltelinie zur Einfahrt erreicht hat, bereits den anderen Verkehr beeinflusst mit seinem Fahrverhalten. Tempo 30 wird da also eher nicht erreicht. Und wie immer gilt in solchen Situationen: Der Langsamste bestimmt das Tempo der anderen.
An diesen Stellen ist eher das Brems- als das Gaspedal gefordert
Das wird noch offensichtlicher, wenn ein Linienbus kommt. Damit dieser nicht mit seinem Heck den Gegenverkehr beeinträchtigt, muss er den Außenradius des Kreisels voll ausfahren. Wenn die Busfahrer ihre Fahrgäste nicht allzu sehr stressen wollen mit allzu temperamentvoller Fahrweise, unterbieten sie bei diesem Manöver Tempo 20. Dieses Langsam-Fahrgebot geben sie dann freilich an alle Automobilisten weiter, die sich dann hinter dem Bus stauen.
Weiter geht es am Abzweig zur Bahnhofstraße. Da ist die Straße ganz offensichtlich zu eng gefasst, um da eine Abbiegespur entweder in Richtung Bahnhof oder in Richtung Musberg unterzubringen. Wer sich da nun also von Leinfelden verabschieden möchte in Richtung Musberg oder gemäß der derzeitigen Umleitung der L 1208, der muss hier erst mal die Rechts-vor-links-Regelung berücksichtigen. Auch das ist etwas, das dazu führt, dass hier eher das Brems- als das Gaspedal gefordert ist.
So fügen sich eben viele dieser kleinen Dinge zu einem großen Ganzen, und so entsteht schnell gegen 16 oder 17 Uhr ein viele Hundert Meter langer Stau vor Leinfelden. Wer aus Stuttgart von der Bundesstraße kommt, muss sich noch entscheiden, ob er den Stau durchs Industriegebiet nimmt oder entlang der Peripherie von Echterdingen. Eine echte Auswahl ist das freilich nicht, spätestens beim Stangenwald-Kreisel beim ehemaligen Renault-Gelände kommen dann alle wieder zusammen, um gemeinsam in Richtung Leinfelden zu stauen.