Die meisten Menschen stellen nur selten oder nie das Sparprogramm an der Waschmaschine ein. Foto: imago images//Monkey Business 2

Laut einer Umfrage nutzen nur wenige die Sparprogramme der Haushaltsgeräte. Die wirklichen Stromfresser stehen jedoch ohnehin woanders.

Vielleicht liegt es daran, dass sich Sparprogramm und Ecotaste irgendwie nach Verzicht und zweitbester Lösung anhören. Wie auch immer: Die Verbraucher nutzen diese Einstellungen bei Geschirrspül- und Waschmaschinen selten, wie jetzt eine Umfrage des Hamburger Marktforschungsinstituts Appinio ergeben hat. Bei der Waschmaschine haben nur 15 Prozent der Befragten angegeben, den Eco-Modus anzuwenden; bei Geschirrspülern waren es 30 Prozent. Womöglich wäre der Modus beliebter, wenn er Klimataste oder Greenprogramm hieße? Greenwashing lieber nicht, auch wenn das gut zu einer Waschmaschine passen würde.

Jedenfalls lassen sich damit Strom und Wasser sparen. Furchtbar viel ist es nicht. Laut „Öko-Test“ verringert sich zwar der Stromverbrauch um fast die Hälfte. Aber unterm Strich könne man bei einer Waschmaschine maximal zehn bis 20 Euro im Jahr sparen, wenn man sie zweimal die Woche benutzt, hat „Öko-Test“ errechnet.

Sparprogramm läuft oft doppelt so lange wie das Standardprogramm

Nun könnte man den Menschen Doppelmoral vorwerfen, weil die meisten für Klimaschutzmaßnahmen sind, zu Hause dann aber eine ganz einfache Maßnahme nicht einsetzen. Doch in der Umfrage wurde auch danach gefragt, warum sie den Eco-Modus ausgeschaltet lassen. 38 Prozent gaben an, dass ihnen diese Programme zu lange dauerten. Da haben sie ganz einfach recht: Bei einer Geschirrspülmaschine kann das Sparprogramm bis zu vier Stunden laufen, rund doppelt so lange wie ein Standard-Programm. Diese längere Zeit braucht das Gerät einfach, um bei weniger Wasser und Strom gleich gute Ergebnisse zu erzielen. Aber wäre die längere Laufzeit das gute Gewissen und den dickeren Geldbeutel nicht wert?

Dass die Spül- und Waschergebnisse bei Spar- und Standardprogramm etwa gleich gut sind, beteuern „Öko-Test“ und auch andere Experten, zumindest wenn es sich um leicht verschmutztes Geschirr oder normal dreckige Wäsche handelt. „Das muss der Hersteller auch garantieren“, sagt „Öko-Test“-Autor Lino Wirag. Der zweithäufigste Grund für die Absage an die Spartaste könnte also subjektiv sein: 22 Prozent waren mit der Sauberkeit nicht zufrieden.

Uneingeschränkt positiv ist aber, dass 82 Prozent der Befragten angaben, beim Kauf eines neuen Geräts auf den Stromverbrauch zu achten.

Deutlich mehr Strom im Haushalt kann man allerdings mit anderen Geräten sparen. Laut dem Bundesverband der Verbraucherzentralen verursachen Kommunikation und Unterhaltung – also Fernseher, Computer und Spielekonsolen – ein Drittel des häuslichen Stromverbrauchs. Alte Geräte, egal ob Waschmaschine oder Kühlschrank, fressen viel Strom. Und, was viele immer noch nicht wissen: Eine alte Heizungspumpe braucht unendlich viel Energie – eine neue spart bis zu 90 Prozent der Kosten ein.

Wer alle Spartipps befolge, könne 50 Prozent seiner bisherigen Strommenge einsparen, betont die Verbraucherzentrale.