Das Stuttgarter Rathaus: Wer wird hier die Amtsgeschäfte von Fritz Kuhn übernehmen? Foto: Horst Rudel

Wer wäre ein gutes Stadtoberhaupt für Stuttgart? Auf diese Fragen sind drei Kandidaten am häufigsten genannt werden. Doch ein klarer Favorit bei der OB-Wahl am 8. November scheint nicht erkennbar. Die Zahlen bergen Überraschungen.

Stuttgart - Wen könnten sich die Stuttgarter am ehesten als Nachfolgerin oder Nachfolger des scheidenden Oberbürgermeisters Fritz Kuhn (Grüne) vorstellen? Darauf gibt es jetzt einen ersten Fingerzeig.

Bei einer Umfrage, die Infratest dimap im Auftrag von Stuttgarter Zeitung und Südwestrundfunk (SWR) vorgenommen hat, meinten 25 Prozent der Befragten, dass Veronika Kienzle (Grüne) eine gute Oberbürgermeisterin sein könnte. Im Fall von Frank Nopper (CDU) hielten das 24 Prozent für gegeben, bei Martin Körner (SPD) 23 Prozent, bei Hannes Rockenbauch (Bürgerbündnis SÖS) 19 Prozent und bei dem parteiunabhängigen Bewerber Marian Schreier, dessen SPD-Mitgliedschaft momentan ruht, 18 Prozent. Malte Kaufmann (AfD) betrachteten vier Prozent der Befragten als gut geeignet.

Damit verbunden war aber noch keine Wahlaussage. Die Befragten mussten sich auch nicht auf einen Bewerber beschränken. Vielmehr konnten sie bei jedem Namen die Einstufung „gut“ oder „nicht gut“ vornehmen.

Einen Wunschkandidaten haben die Stuttgarter nicht

Die Forscher von Infratest dimap zogen aus den Ergebnissen den Schluss, dass die Wahlberechtigten in Stuttgart gut drei Wochen vor der OB-Wahl am 8. November noch keinen klaren Wunschkandidaten hätten. Eine Gemeinsamkeit der sechs Bewerber, mit denen die Befragten konfrontiert worden waren, sei ihre „alles in allem geringe Bekanntheit“. Da erreichte Rockenbauch, eine der Galionsfiguren des Protestes gegen das Projekt Stuttgart 21 und langjähriger Stadtrat, immerhin 50 Prozent. Das Schlusslicht bildet Kaufmann mit 25 Prozent.

Bei der Frage, ob die betreffende Person voraussichtlich „kein guter Oberbürgermeister“ wäre, schlug Rockenbauch mit 31 Prozent die größte Ablehnung entgegen. Danach folgte Schreier, der Bürgermeister von Tengen im Kreis Konstanz, mit einer Quote von 25 Prozent. Nach der Nennung des Namens Kienzle, der Bezirksvorsteherin in Stuttgart-Mitte und Mitarbeiterin im Staatsministerium, senkten 24 Prozent den Daumen. Bei Kaufmann, einem Unternehmer aus dem Raum Heidelberg, waren es 21 Prozent, beim Backnanger OB Nopper 20 und bei Körner, Volkswirt und Fraktionschef der SPD im Stuttgarter Gemeinderat, 18 Prozent.

Leistung von Fritz Kuhn überwiegend schlecht beurteilt

Die insgesamt 509 Befragten sollten auch ein Urteil über die Amtszeit von Fritz Kuhn fällen. Es fiel recht ungünstig aus für den scheidenden Amtsinhaber: 49 Prozent meinten, Kuhn sei „kein guter OB“ gewesen.

Nur 38 Prozent beurteilten ihn als „guten OB“. Die 509 Stuttgarterinnen und Stuttgarter im Alter von 16 oder mehr Jahren waren in einer repräsentativen Zufallsauswahl bestimmt worden. Erhoben wurde die Umfrage in der Zeit zwischen dem 8. und 13. Oktober 2020.

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