Susanne Eisenmann (CDU) tritt als Herausforderin von Winfried Kretschmann (Grüne) in der kommenden Landtagswahl an. Foto: dpa/Bernd Weissbrod

In Baden-Württemberg erreichen die Grünen im neuen BWTrend, der Umfrage zur Landespolitik, neue Rekordwerte. Die CDU fällt zurück – auch mit ihrer neuen Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann.

Stuttgart - Die Grünen erhalten in Baden-Württemberg mehr Zustimmung als je zuvor. Ihr Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2021, Winfried Kretschmann, kommt im Vergleich zu seiner Herausforderin von der CDU, Susanne Eisenmann, auf einen Spitzenwert bei den Bürgern im Südwesten. Dies sind zwei der wichtigsten Ergebnisse des neuen BWTrend, einer Umfrage von Infratest dimap im Auftrag von Stuttgarter Zeitung und SWR.

Im Vergleich zum letzten BWTrend im März dieses Jahres können sich die Grünen in der neuen Befragung noch einmal deutlich verbessern. Wäre am kommenden Sonntag Landtagswahl, kämen sie auf 38 Prozent – sechs Prozentpunkte mehr als vor einem halben Jahr. Dies ist der höchste Wert, der je in einem Ländertrend von Infratest dimap für die Grünen gemessen wurde.

Die SPD ist nur noch einstellig

Damit bauen sie den Vorsprung auf ihren Koalitionspartner, die CDU, weiter aus. Die Christdemokraten hätten aktuell 26 Prozent in Aussicht, zwei Prozentpunkte weniger als im Frühjahr. Beim BWTrend vor einem Jahr lagen beide Parteien noch nahezu gleichauf. Die SPD käme nach weiteren Verlusten (minus vier Prozentpunkte) heute auf acht Prozent und wäre damit erstmals einstellig in Baden-Württemberg. Die AfD liegt bei zwölf Prozent, die FDP bei acht. Die Linke bliebe mit drei Prozent deutlich unter der Fünf-Prozent-Hürde.

In unserer Grafik sehen die Zahlen im Vergleich zur Landtagswahl 2016:

Winfried Kretschmann hatte in der vorigen Woche angekündigt, dass er zum dritten Mal als Spitzenkandidat für die Grünen antreten will. Bei den Baden-Württembergern stößt diese Entscheidung auf sehr große Zustimmung: 71 Prozent finden es sehr gut oder gut, dass sich der Ministerpräsident zur Wiederwahl stellt. Die größte Unterstützung erfährt seine Kandidatur in den eigenen Reihen (85 Prozent). Aber auch die Anhänger der SPD (79 Prozent), der CDU (74 Prozent) und der FDP (64 Prozent) begrüßen mit großer Mehrheit, dass Kretschmann weitermachen will. Selbst in den Reihen der AfD bewerten 44 Prozent der Befragten die erneute Kandidatur des Grünen-Politikers positiv.

69 zu 13: Kretschmann führt klar im Duell mit Eisenmann

Entsprechend deutlich fällt das Meinungsbild in Baden-Württemberg bei der Frage aus, wer künftig den Chefposten in der Villa Reitzenstein innehaben soll. Könnte der Ministerpräsident oder die Ministerpräsidentin direkt gewählt werden, würden sich gut zwei Drittel (69 Prozent) für Kretschmann entscheiden. Seine Herausforderin, Kultusministerin Susanne Eisenmann von der CDU, erhielte nur 13 Prozent der Stimmen.

Damit bleibt Eisenmann noch hinter den Zustimmungswerten von CDU-Landeschef Thomas Strobl bei früheren Umfragen zurück. Strobl hatte zugunsten von Eisenmann auf die Spitzenkandidatur bei den Christdemokraten verzichtet, weil ihr von der Partei bisher bessere Chancen im Duell mit Kretschmann zugemessen werden.

Hohe Zustimmung zur grün-schwarzen Landesregierung

Die Befürworter einer dritten Amtszeit Kretschmanns begründen ihr Votum in erster Linie mit seiner Befähigung für das Amt: 53 Prozent derer, die seine Kandidatur begrüßen, halten ihn für einen guten Ministerpräsidenten und Landesvater, denn sie finden, dass Kretschmann ein „fähiger Mann ist“, der „einen guten Job macht“. Ein knappes Fünftel (17 Prozent) lobt ihn als ehrlich, glaubhaft, zuverlässig und bodenständig. 15 Prozent schätzen seine Erfahrung sowie die Kontinuität und Beständigkeit im Amt. Gut jeder zehnte Befürworter (11 Prozent) sieht schlicht keine gute Alternative zu Kretschmann.

Die Kritiker einer dritten Amtszeit halten Winfried Kretschmann entweder für zu alt (39 Prozent) oder würden grundsätzlich eine Begrenzung auf zwei Amtsperioden begrüßen (20 Prozent). Jeder Fünfte, der Kretschmanns Kandidatur kritisch gegenübersteht (22 Prozent), begründet dies mit parteipolitischen Gesichtspunkten, wobei den einen seine Politik zu grün (16 Prozent), anderen nicht grün genug ist (6 Prozent).

Auch die Landesregierung überzeugt die große Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger in Baden-Württemberg (65 Prozent). Dabei kann sie nicht nur vom großen Ansehen des Ministerpräsidenten, sondern auch von einem positiven Konjunkturumfeld profitieren. Auch wenn sich die wirtschaftliche Stimmung im Vergleich zum März leicht eingetrübt hat (minus 8 Prozentpunkte), bewerten immer noch 82 Prozent der Baden-Württemberger die Wirtschaftslage im Land als sehr gut oder gut.

Für den BWTrend wurden 1004 Wahlberechtigte in Baden-Württemberg zwischen dem 16. und 17. September telefonisch befragt.

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