Sebastian Mannström jubelt gegen Ulm über zwei Treffer. Foto: Baumann

Sechs Spiele, sechs Punkte: der Umbruch bei den Stuttgarter Kickers in der Regionalliga läuft zäher als erwartet. Und jetzt droht auch noch der finnische Spielmacher Mannström länger auszufallen.

Stuttgart - Verletzungspech: Er war der überragende Kickers-Spieler beim 3:3 (2:1) gegen den SSV Ulm 1846 – und das nicht nur wegen seiner zwei Treffer. Als Sebastian Mannström (27) in der 65. Minute beim Stand von 2:1 verletzt vom Feld musste, kam ein Bruch ins Spiel der Blauen. Mit der Auswechslung des Neuzugangs vom FC Inter Turku gingen Ordnung und Struktur verloren. Nun droht der offensive Mittelfeldspieler, der in seiner Spielweise und seinem Bewegungsablauf stark an die aktive Zeit von Kickers-Sportdirektor Michael Zeyer erinnert, vier Wochen auszufallen. Bei der Oberschenkelverletzung besteht der Verdacht, dass eine Sehne am Muskelansatz betroffen ist. Endgültigen Aufschluss soll ein MRT an diesem Montag geben. „Es wären natürlich sehr bitter, wenn Sebastian ausfallen würde“, sagt Trainer Alfred Kaminski. Ihm war der Finne aufgefallen, als dieser von Januar bis Juni 2015 für die SV Elversberg am Ball war. Abwehrschwächen: Wie ein roter Faden ziehen sich die Aussetzer in der Hintermannschaft durch die bisherige Saison der Blauen. Gegen Ulm musste Innenverteidiger Volkan Celiktas (20) das 0:1 auf seine Kappe nehmen. Dem zweiten Treffer der Spatzen war eine Kette von Fehlern vorausgegangen. „Wir müssen an den individuellen Schwächen weiter arbeiten, das ist ein Entwicklungsprozess“, sagt Kaminski. Hoffnungen, was die Stabilität der Viererkette betrifft, werden auf die Rückkehr von Marco Kaffenberger und Maurizio Scioscia gesetzt.

Kaminski hält am System fest

Spielsystem: Kaminski setzt auf ein 4-4-2 mit einer Raute im Mittelfeld. Damit glaubt er, seine Spielidee mit dem bestehenden Kader am besten umsetzen zu können. „Wir haben viele spielstarke Mittelfeldspieler und weniger Außenbahnspieler“, begründet Kaminski. Andererseits würden zwei Sechser für mehr Stabilität im Zentrum sorgen und dadurch möglicherweise auch der Abwehr mehr Sicherheit bringen. Der Coach hält entgegen: die individuellen Aussetzer seien keine Frage des Systems.

Saisonziel: Wenn auch nicht explizit „Aufstieg“, aber immerhin „oben mitspielen“, lautete die Vorgabe zu Rundenbeginn. Das erscheint immer unrealistischer. Der Rückstand auf Platz zwei beträgt schon zehn Punkte. Bleibt die Frage, ob es nicht sinnvoller gewesen wäre, mit dem vollkommen neu formierten Team eine Saison der Konsolidierung anzustreben, um dann an den entscheidenden Stellschrauben zu drehen und 2017/18 anzugreifen. Kaminski sagt zwar „unsere Mannschaft ist eigentlich kein Drittliga-Absteiger, weil nur Sandro Abruscia vom alten Team dabei ist“, doch der Trainer bleibt dabei: „Wir versuchen das Optimale herauszuholen. Die Mannschaft hat das Potenzial, um oben mitzuspielen. Das bleib auch das Ziel.“ Die Auswärtsspiele in dieser Woche beim FC Homburg (Dienstag, 19 Uhr) bei TuS Koblenz (Samstag , 14 Uhr) werden weitere Aufschlüsse geben.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: