Zwei Bushaltestellen werden in Korntal-Münchingen barrierefrei umgebaut – und plötzlich ist der dortige Zebrastreifen verschwunden. Was ist der Grund dafür?
Die Sanierung der Solitudeallee im Abschnitt zwischen der Lembergstraße und der Stettiner Straße im Korntal-Münchinger Stadtteil Korntal ist noch nicht lang her. Mehr als eine halbe Million Euro hat die Stadt für die Arbeiten ausgegeben, die vergangenen November beendet waren – und unter anderem auch den barrierefreien Umbau der beiden Bushaltestellen Tachenbergstraße Richtung Greutterstraße und Richtung Bergstraße umfasst haben. Seitdem sind die einstigen Busbuchten Buscaps. Das bedeutet, dass der Bus auf der Straße stoppt. Mit der Barrierefreiheit ging allerdings der Zebrastreifen verloren. Nach der Sanierung war er plötzlich verschwunden. Denn er muss umziehen.
Der Zebrastreifen bei der Bushaltestelle Tachenbergstraße darf laut der Stadtverwaltung nach den aktuell gültigen Richtlinien zur Anlage von Fußgängerüberwegen an der bisherigen Stelle nicht mehr angelegt werden: Die Sichtverhältnisse auf die querenden Fußgänger beziehungsweise auch auf den Fahrzeugverkehr, der aus Richtung Südstraße kommt, seien schon in der Vergangenheit nicht optimal gewesen.
Kein Unfallschwerpunkt an bisheriger Stelle des Zebrastreifens
Durch den barrierefreien Umbau der Bushaltestelle hätten sich die Sichtverhältnisse auf die Fußgänger nochmals verändert. Weil die Busse nun auf der Straße halten, wären die wartenden Fußgänger durch die Busse verdeckt, und auch die Fußgänger hätten nicht mehr die gesamte Straße im Blick, führt die Rathaussprecherin Angela Hammer das Problem weiter aus. „Zum Glück war dies kein Unfallschwerpunkt, und es haben sich auch keine Unfälle ereignet.“
Mit Vertretern des Sachgebiets Verkehr des Ludwigsburger Polizeipräsidiums sowie des städtischen Tiefbauamts sei eine neue Lage für den Fußgängerüberweg besprochen worden. Dieser wird demnächst nach den Buscaps neu angelegt, ungefähr auf Höhe des Gebäudes Nummer 88. „Hier sind die Sichtverhältnisse auf den Fußgängerüberweg und auch auf die querenden Fußgänger besser“, so Hammer. Hier, das seien 30 Meter weiter.
Die Stadt ging davon aus, dass der Zebrastreifen verschont bleibt
Kommen soll der neue Zebrastreifen Ende Februar – „wenn die Witterung mitspielt“, sagt Angela Hammer. Die Kosten lägen bei etwa 15 000 Euro.
Warum der Zebrastreifen nicht im Zuge der vorangegangenen Arbeiten angebracht wurde? „Leider haben hier die Absprachen nicht so gut funktioniert, sodass wir die Verlegung erst spät in der Bauphase noch mal umplanen mussten“, teilt die Rathaussprecherin mit. Demnach ist die Stadtverwaltung zunächst von Bestandsschutz ausgegangen. Dem war aber nicht so. Vor dem Umbau der Bushaltestellen beziehungsweise der Sanierung sei nicht klar gewesen, dass der Zebrastreifen verlegt werden muss. Im Rathaus ist man zuversichtlich, dass die Fußgänger künftig den neuen Zebrastreifen nutzen. „Der Wunsch nach einer gesicherten Querungsmöglichkeit in der Bevölkerung ist groß“, meint Angela Hammer.
Immerhin: Aufgrund der Novelle der Straßenverkehrsordnung sei es nun möglich, ein „Streckenverbot im Bereich des Fußgängerüberwegs anzuordnen“: Die dort zulässige Geschwindigkeit könne die Stadt auf 30 Stundenkilometer begrenzen.