Andrang auf der Sternwarte Uhlandshöhe Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Gut 60 Besucher haben in der Nacht auf der Aussichtsplattform der Sternwarte Stuttgart das Naturschauspiel bestaunt. Aber es gab noch mehr zu entdecken.

Stuttgart - In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch war aus astronomischer Sicht viel geboten: Bei nahezu wolkenlosem Himmel konnten Sternengucker zwei Planeten, die Internationale Raumstation (ISS) und eine partielle, also teilweise, Mondfinsternis bestaunen. Einer der besten Aussichtspunkte in Stuttgart für das Schauspiel war die Aussichtsplattform der Sternwarte Stuttgart auf der Uhlandshöhe. Der Verein Schwäbische Sternwarte hat extra für diesen besonderen Anlass die Tore geöffnet und gut 60 Besucher waren gekommen, um von 22 Uhr an zu beobachten, wie sich langsam von oben links der Schatten der Erde über den Mond schob. Seinen Höhepunkt, also die größte Verdunkelung des Mondes, erreichte das Schauspiel um 23.30 Uhr.

Hier gibt es die schönsten Bilder der partiellen Mondverdunkelung

Staunen über Mondfinsternis

Unter dem Besuchern waren auch Julia und Demi. Mit einer Decke und Getränken haben es sich die beiden Arbeitskolleginnen auf der Wiese vor der Aussichtsplattform bequem gemacht. „Wir haben eigentlich gar keine Ahnung von Astronomie“, gestanden sie. „Dass wir hier sind ist daher eine sehr kurzentschlossene Aktion.“ Julia wohnt in der Nähe, daher haben die zwei sich nach Feierabend spontan auf den Weg zu der Sternwarte gemacht. Bis zum Schluss werden sie wohl, wie die meisten anderen Besucher, nicht ausharren. „Das wäre morgen sehr schwer“, sagen sie, „wir müssen beide früh raus und arbeiten.“ Bereits um halb zehn waren die beiden bei der Sternwarte. „Da mussten wir noch auf den Mond warten, weil man ihn noch gar nicht gesehen hat.“ Als die Erde den Mond aber in ihren Schatten stellt, sind Julia und Demi begeistert: „Die Mondfinsternis ist wirklich sehr schön.“

Jupiter und Saturn

Auch eine Reihe von Vereinsmitgliedern der Sternwarte Stuttgart war auf der Uhlandshöhe, um Fragen der Interessierten zu beantworten und durch das astronomische Programm zu führen. Gleich mehrere Teleskope waren auf den Mond ausgerichtet. Zwei weitere auf die beiden Planeten, die an diesem Abend am Nachthimmel zu sehen waren: Jupiter und Saturn. Ersterer präsentierte sich hinter seinen vier sichtbaren Trabanten, den Galileischen Monden, die ordentlich in einer Linie aufgereiht durch das Teleskop erkennbar waren. „Ich glaube, ich kann den Ring des Saturn sehen“, staunte eine Besucherin. Viele der Interessierten versuchten vergeblich das Schauspiel mit ihrer Handykamera abzulichten, andere bauten ihre Stative mit großen Kameras darauf auf. „Ich kann den Mond nicht richtig fotografieren. Und dabei wurde mir gesagt, dass meine Handykamera so toll ist“, witzelte einer der Besucher.

ISS mit Tempo unterwegs

Dann, um kurz nach 23 Uhr, erschien auch noch die ISS am Nachthimmel und wanderte deutlich sichtbar an den anderen Akteuren, also dem verdunkelten Mond, Jupiter und Saturn, vorbei. „Die Raumstation bewegt sich mit 28 000 Kilometern in der Stunde, deswegen ist braucht sie für eine Erdumrundung nur 90 Minuten“, erklärte einer der Freiwilligen des Sternwarten-Vereins. „Wenn Sie also in anderthalb Stunden noch hier sind, können Sie die ISS noch einmal bestaunen. Aber das lassen wir heute mal, wir wollen ja alle noch ins Bett.“

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