Der Zensus 2022 ergab, dass in Schönaich 564 Menschen weniger leben, als angenommen. Das Rathaus will jetzt auf die Suche gehen.
Bis vor Kurzem ging man auf dem Schönaicher Rathaus davon aus, eine Gemeinde mit rund 10 900 Einwohnern zu verwalten. So ganz genau kannte die Zahl niemand wirklich, doch man war aufgrund der allgemeinen Entwicklung davon ausgegangen, bald die 11 000er-Marke knacken zu können. Doch die scheint in weiterer Ferne zu liegen, als gedacht. Denn die allgemeine Volkszählung im Jahr 2022, besser bekannt als Zensus, ließ die Gemeinde im Osten von Böblingen auf einen Schlag um 564 Menschen schrumpfen.
So verkündete die Rathausspitze auf der ersten Sitzung des neuen Gemeinderats am 23. Juli unter „Verschiedenes“ die nicht sonderlich populäre Nachricht, die offizielle Einwohnerzahl läge laut Zensus bei lediglich 10 336 Schönaicherinnen und Schönaichern. Also knapp ein halbes Tausend weniger, als auf dem Rathaus angenommen. Mit dem Zensus wollte der Bund ermitteln, wie viele Menschen eigentlich im Land leben.
In Deutschland sei er „eine registergestützte Bevölkerungszählung, die durch eine Stichprobe ergänzt und mit einer Gebäude- und Wohnungszählung kombiniert wird“, heißt es von offizieller Seite. Tatsächlich zeigten sich dabei auch im Rest des Landkreises ähnliche Anzeichen von Schwindsucht. Deshalb beeilte sich Bürgermeisterin Anna Walther mit der Ankündigung, dass man das Ergebnis des Zensus so nicht stehen lassen wollte. „Wir wollen den vermeintlichen Rückgang klären“, sagte sie. Die Verwaltung macht sich demnach auf, die 564 Schönaicher wiederzufinden. Und sei es zwischen den Aktendeckeln des Einwohnermeldeamtes.