Der Bodensee gehört zu den attraktivsten touristischen Zielen im Südwesten Foto:  

Der Tourismus in Baden-Württemberg brummt: Im vergangenen Jahr wurden erstmals mehr als 50 Millionen Übernachtungen registriert. Tourismusminister Alexander Bonde (Grüne) stellt zufrieden fest, dass die intensivierte Werbung im Ausland Früchte trägt.

Stuttgart - Zum fünften Mal in Folge, so Minister Bonde, habe der Tourismus im Land „absolute Rekordwerte“ vorgelegt. So stieg 2015 die Zahl der Gäste um 4,4 Prozent, die der Übernachtungen um 3,3 Prozent. Das entspricht 20,4 Millionen Gästen und 50,8 Millionen Übernachtungen – beides sind Rekordzahlen. „Baden-Württemberg ist ein überaus attraktives Reiseland, das auch im Ausland zunehmend an Strahlkraft gewinnt und neue Gäste anzieht“, stellt der Minister fest, der auch Präsident des Tourismusverbands Baden-Württemberg ist.

Profitiert hat die Branche 2015 auch vom guten Wetter: Die höchsten Zuwächse bei den Übernachtungen wurden im Schwarzwald mit 8,3 Prozent im Februar – bei anhaltend stabilem Winterwetter – und mit 6,0 Prozent im Juli – bei hochsommerlichen Temperaturen – erzielt. Bonde sieht damit die Wetterabhängigkeit des Tourismus belegt. Er wertet die Rekordzahlen aber auch als „verdienten Lohn für ein verbessertes Angebot und Anstrengungen im Marketing“. So hätten fast alle Reisegebiete des Landes Zuwächse bei den Ankünften und bei den Übernachtungen verbucht. Lediglich die Kneipp-Kurorte verfehlten ihr Übernachtungsergebnis von 2014 um 1,4 Prozent. Bei den Unterkünften legten alle Kategorien zu, einzige Ausnahme sind die Jugendherbergen und Hütten mit einem Minus von 2,4 Prozent.

Vor allem bei ausländischen Gästen wird Baden-Württemberg immer beliebter. So wurden 2015 8,3 Prozent mehr Ankünfte gezählt und 7,6 Prozent mehr Übernachtungen. Von 2011 bis 2015 stieg der Anteil der ausländischen Gäste von 21,6 auf 23,9 Prozent, der von deren Übernachtungen von 19,3 auf 21,9 Prozent. Zwar bleibe der Inlandstourismus das Rückgrat des baden-württembergischen Tourismus, so Bonde. Mittel- und langfristig aber sieht er die wesentlichen Wachstumsimpulse in den ausländischen Märkten. „Es war eine richtige Entscheidung der Landesregierung, das Auslandsmarketing seit 2012 zu stärken“, so Bonde. Deshalb würden auch 2016 noch zusätzliche Mittel für die Werbung von Gästen im In- und Ausland eingesetzt.

Bier und Fahrrad als neue Magneten

Die meisten ausländischen Gäste kamen 2015 wieder aus den europäischen Nachbarländern Schweiz, Frankreich und den Niederlanden. Zusammen mit den Gästen aus den USA und Großbritannien machen sie 50 Prozent aller Auslandsübernachtungen aus. Am auffälligsten ist – so das Statistische Landesamt – der Zuwachs bei den Chinesen: Sie übernachteten 37 Prozent häufiger als im Vorjahr. Den größten Einbruch muss das Land mit 29 Prozent weniger Übernachtungen bei den Russen hinnehmen. Hier wirken sich offensichtlich die Sanktionen gegen Russland aus.

Die IHK wertet den Geschäftstourismus als wesentlichen Aspekt für die positive Entwicklung. Ausschlaggebend sei die aktuell florierende Wirtschaft. Ein Beleg dafür sei ein Vergleich mit den Krisenjahren 2008 und 2009, als weniger ausländische Gäste in den Südwesten kamen. Der Tourismus im Land sei ein Jobmotor, so die IHK. Der jahreslange Abwärtstrend bei den Azubi-Zahlen der Tourismusbranche sei vor allem in den Urlaubsregionen gestoppt. Zurzeit werden 7630 junge Leute im Gastgewerbe und der Reisebranche dual ausgebildet.

In diesem und im kommenden Jahr will das Land mit zwei besonderen Highlights werben: Andreas Braun, Geschäftsführer der Tourismus Marketing GmbH, kündigt touristische Angebote rund ums Bier an – zum 500. Geburtstag des Deutschen Reinheitsgebots. Nächstes Jahr wird dann die Erfindung der Laufmaschine durch Karl Drais 1817 gewürdigt – Vorläufer des Fahrrads. Schon vorher soll es eine Vielzahl neuer Radwege und Angebote für Radler geben.

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