Weitere Opfer melden Ansprüche an gegen Brüdergemeinde Foto: fotolia

Anfang Mai hat ein heute 53-Jähriger den Vorwurf der Misshandlung im Kinderheim der Diakonie der Brüdergemeinde Korntal erhoben. Jetzt meldeten sich die Anwälte von zwei weiteren Personen, die ebenfalls Schadenersatzklagen androhen.

Anfang Mai hat ein heute 53-Jähriger den Vorwurf der Misshandlung im Kinderheim der Diakonie der Brüdergemeinde Korntal erhoben. Jetzt meldeten sich die Anwälte von zwei weiteren Personen, die ebenfalls Schadenersatzklagen androhen.

Stuttgart - Das dunkle Kapitel der Übergriffe in Kinderheimen weitet sich für die Evangelische Brüdergemeinde Korntal aus. Wie die Diakonie der Brüdergemeinde am Montag mitteilte, sind in der vergangenen Woche zwei weitere Anwaltsbriefe eingegangen, in denen Schadensersatzklagen angekündigt werden.

Laut Pressesprecher Manuel Liesenfeld vertrete ein Rechtsanwalt die Interessen eines Mannes, der als Kind im Hoffmannhaus der Brüdergemeinde untergebracht war. Der Mann habe 2013 bereits Akteneinsicht genommen. Im zweiten Fall handle es sich um eine Frau, der die Akteneinsicht verweigert worden sei. „Das stimmt so nicht“, sagt Liesenfeld. Die Frau habe Einsicht in die Akten des Hoffmannhauses verlangt, sei früher aber im Flattichhaus betreut worden. Die beiden Heime sind heute zur Jugendhilfe Korntal zusammengelegt, die Akten des Flattichhauses seien „im Einklang mit dem Datenschutzgesetz“ vernichtet worden.

Vermutlich hat die drohende Schadensersatzklage eines heute 53-jährigen Mannes die beiden neuen Anwaltsschreiben ausgelöst. Herr Z. will die Diakonie der Brüdergemeinde beim Landgericht Stuttgart auf 1,3 Millionen Euro Schmerzensgeld und Schadenersatz verklagen für die angeblich zwischen 1963 und 1977 erlittenen Vergewaltigungen und Misshandlungen in dem Kinderheim.

Am Wochenende habe sich bei der Brüdergemeinde zudem eine Frau schriftlich gemeldet, die das von Z. geschilderte Unrecht bezeugen wolle. Darüber hinaus bietet sich aktuell eine zweite Frau als Zeugin für Verfehlungen noch im Jahr 2008 an.

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