Seit Jahren gibt es Streit um das Schloss und die Umgebung. Foto: Ralf Poller/Avanti

Eine Petition spricht sich gegen die geplante Ansiedlung des Betriebes neben der historischen Burg in Oberstenfeld (Kreis Ludwigsburg) aus. Die Unterschriften wurden nun übergeben.

Die Bürgerinitiative „Rettet den Lichtenberg“ (BI) in Oberstenfeld hat Landrat Dietmar Allgaier im Landratsamt Ludwigsburg eine Petition mit mehr als 1300 Unterschriften gegen den geplanten Hühnerhof in Nachbarschaft der historischen Burganlage auf dem Lichtenberg übergeben. Das teilt die BI mit. Die Pläne sind seit Monaten umstritten.

 

Die BI-Vertreter Stephanie Fischer und Martin Rupflin legten Landrat Allgaier und Dezernentin Kirstin Wagner in einem ausführlichen Gespräch die Sorgen und Erwartungen der Unterschreibenden dar. Bürger weit über das Bottwartal und den Kreis Ludwigsburg hinaus würden dem Projekt mit dieser Petition eine klare Absage erteilen, heißt es in der Mitteilung weiter. Die Unterschriften seien in kürzester Zeit und ohne große Aktionen zusammengekommen.

Stephanie Fischer und Martin Rupflin übergeben die Petition an Landrat Dietmar Allgaier und Dezernentin Kirstin Wagner (von link). Foto: privat

Die beiden BI-Vertreter verwiesen auf das „sensible, beliebte und sehr wertvolle Naherholungsgebiet“, das unmittelbarer Nachbarschaft der Burg liegt. Dieses Ensemble gelte es zu bewahren.

„Bauliche Eingriffe und Veränderungen, erst recht in diesen Dimensionen, würden eines der schönsten Naherholungsgebiete des gesamten Landkreises – ja der ganzen Region – zerstören“, so ein Argument. Dem Gewinnstreben Einzelner müsse eine klare Grenze gesetzt und eine weitere Bebauung ausgeschlossen werden.

Gegen dieses oder ähnliche Vorhaben möchte die BI laut eigener Mitteilung weiterhin vorgehen und bei Bedarf die Bevölkerung in noch größerem Umfang mobilisieren. Derzeit setzte man noch darauf, dass der Antragsteller seinen Bauantrag und seine Planungen zurückzieht und sein Vorhaben an einem geeigneteren Standort realisiert.

Ein Konflikt mit Vorgeschichte

Der Streit um den geplanten Hühnerhof des Großbottwarer Landwirts Martin Föll schwelt schon seit etwa vier Jahren. Föll will dort zwei Ställe für insgesamt 12.000 Legehennen errichten. Die Gemeinde Oberstenfeld erteilte Ende 2025 das städtebauliche Einvernehmen. Jetzt muss das Landratsamt entscheiden.

Föll wehrt sich immer wieder gegen die Kritik. Die neuen Ställe wären 600 Meter von der Burg entfernt. Man sehe das Gebäude gar nicht, wenn man frontal auf die Burg blicke. Auch die Futtersilos seien kaum zu sehen. Die Auflagen des Landratsamts zum Naturschutz habe er erfüllt: „Wir lassen jeweils nur 4000 Hühner ins Freie. Der Eingriff ins Grünland hält sich damit stark in Grenzen.“