Die Feuerwehr hat die verkohlten Tabakwaren ausgeräumt. Foto: 7aktuell/Simon Adomat

Das Opfer der mysteriösen Attacke an einem Tabakautomaten bei der VfL-Gaststätte liegt im Krankenhaus.

Waiblingen - Dem Vorfall nahe der Gaststätte des VfL Waiblingen (wir berichteten) haftet durchaus etwas Mysteriöses an. Ein bewaffneter Überfall in den frühen Morgenstunden, ein durch Stich- und Schnittwunden erheblich, aber nicht lebensbedrohlich verletzter Befüller von Tabakautomaten und ein Lieferwagen, der offenbar von den beiden Angreifern vorsätzlich in Brand gesteckt wurde, obwohl daraus noch eine ganze Ladung Tabakwaren hätte entwendet werden können – das klingt nach dem Drehbuch eines Krimis mit Erwartung einiger überraschender Hintergründe.

Polizei will sich nicht an Spekulationen beteiligen

Auch die Polizei spricht von vielen offenen Fragen zum Geschehen am Sträßchen zwischen VfL Gaststätte und Waiblinger Freibad. „Aber wir wollen uns nicht an irgendwelchen Spekulationen beteiligen“, sagt dazu Rudolf Biehlmaier, Pressesprecher der Polizeidirektion Aalen. Zu einer der möglichen Spekulationen sagt wiederum der Pressesprecher des Landeskriminalamtes, Horst Haug, dort lägen über möglicherweise konkurrenzbedingte Auseinandersetzungen im Tabakwarenbereich keinerlei Erkenntnisse vor.

Das Überfallopfer, ein 36-jähriger Mann, der momentan stationär in einem Krankenhaus liegt, ist am Dienstagmorgen noch bei Dunkelheit von Passanten bei einem von ihm betreuten Tabakautomaten am Oberen Ring verletzt auf dem Boden liegend entdeckt worden. Daneben stand laut deren Aussagen der Lieferwagen bereits in Flammen. Die Rettungskräfte stellten Schnitt- und Stichverletzungen fest.

Den Brand hat die Waiblinger Feuerwehr zwar gelöscht, bevor der VW-Bus komplett ausbrannte. Es lasse sich aber nicht mehr feststellen, was verbrannt, und was womöglich entwendet wurde, sagt die Polizei am Tag nach dem Geschehen. Immerhin gebe es nunmehr eine etwas genauere Beschreibung des zweiten Täters. Dieser sei blond, dunkel gekleidet, etwa 1,75 bis 1,80 groß, um die 30 Jahre alt und er habe deutsch geredet, berichtete der verletzte Tabakwarenauslieferer. Der Komplize soll 35 bis 40 Jahre alt sein, etwa 1,80 Meter groß, dunkelhäutig und eine Glatze haben.

Er sei beim Befüllen des Automaten von den beiden Männern angegriffen und verletzt worden, hat das Opfer gegenüber der Polizei ausgesagt. Noch am Boden liegend hat er offenbar gesehen, wie Flammen in seinem Lieferwagen aufloderten, bevor die Angreifer flüchteten.

Angreifer lassen den Großteil der Tabakwaren zurück

Die Hintergründe und die Motive sind laut der Polizei allerdings nach wie vor unklar. „Wir gehen davon aus, dass der Wagen von den Angreifern vorsätzlich in Brand gesetzt wurde“, sagt Biehlmaier. Dass in dem Fahrzeug zumindest noch der allergrößte Teil der Tabakwaren lag, lässt aber offenbar auch Zweifel daran aufkommen, dass es sich um einen reinen Raubüberfall gehandelt hat. Wobei auch noch unklar ist, ob Bargeld geraubt wurde. Aber: „Die habe einen halben Laster voll mit Tabakware zurück gelassen.“

Andererseits sprechen aus Sicht der Ermittler offenbar die eher oberflächlichen und nicht lebensbedrohlichen Verletzungen gegen eine Tötungsabsicht bei der Attacke. Klar sei: „Es war eine Tatwaffe im Spiel“ – vermutlich ein Messer, aber selbst das könne man noch nicht sicher sagen.

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