Willi Weber berichtet unserer Redaktion, wie sich der Überfall abgespielt hat. Foto: Ronald Wittek/dpa

Was genau geschah in der Stuttgarter Villa von Willi Weber? Was weiß der frühere Schumacher-Manager über die Täter? Unsere Redaktion sprach mit ihm über den brutalen Überfall.

Es fällt ihm schwer, darüber zu sprechen. Willi Weber, der frühere Manager von Formel-1-Legende Michael Schumacher, gerät immer wieder ins Stocken, als er die dramatischen Ereignisse schildert, die sich am Dienstagabend in seiner Stuttgarter Villa abgespielt haben. Im Gespräch mit unserer Redaktion wirkt der 83-Jährige schwer gezeichnet: „Ich stehe noch völlig unter Schock. Es geht mir sehr schlecht.“

 

Willi Weber: Drei maskierte Männer überfallen ihn beim Abendessen

Weber berichtet, dass er gerade im Esszimmer zu Abend essen wollte, als plötzlich drei maskierte Männer aufgetaucht seien. Wie die Täter ins Haus gelangt sind, dürfe er auf Bitten der Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Die Männer hätten ihn mit einer Pistole und mit Messern bedroht und ihn direkt am Esstisch gefesselt. Auch seine Frau und die Haushälterin seien überwältigt und gefesselt worden.

Jahrelang haben Willi Weber und Michael Schumacher zusammengearbeitet. Foto: dpa

Überfall bei Willi Weber: Erzwungene Öffnung mehrerer Tresore

Unter massiver Bedrohung habe Weber mehrere seiner Tresore öffnen müssen. Die Täter hätten seine wertvolle Uhrensammlung, Bargeld und Schmuck erbeutet. Der Schaden beträgt nach Webers Einschätzung rund eine Million Euro. Ob seine Versicherung die Kosten übernimmt, sei noch unklar.

Einen Tresor jedoch bekamen die Täter nicht auf, wie der 83-Jähriger sagt: „Das ist der Tresor, den ich einst von Michael Schumacher geschenkt bekommen habe. Da hat die Öffnung nicht funktioniert.“

Ermittlungen bis in die Nacht im Haus von Willi Weber

Die Polizei war bis etwa 2 Uhr morgens im Haus, um Spuren zu sichern. Am Mittwoch kehrten die Ermittler zurück, um den Tatort weiter zu untersuchen.

Gerüchte, wonach sich die Täter zuvor als Kaufinteressenten ausgegeben hätten, weist Weber entschieden zurück: „Das ist nicht möglich. Wir haben ganz genau ausgewählt, wer zur Besichtigung kommen durfte. Von allen Interessenten liegen Namen und Adressen vor.“

Mögliche Parallelen zu weiterem Überfall

Weber hat erfahren, dass es vor einigen Wochen einen ähnlichen Überfall im Stuttgarter Norden gab. Damals ist ein älteres Ehepaar ebenfalls von drei oder vier Tätern gefesselt und ausgeraubt worden. „Es kann sein, dass es dieselben Täter sind“, sagt Weber, „das will Polizei jetzt herausfinden.“

Weitere Details könne er nicht nennen, um die laufenden Ermittlungen nicht zu gefährden. „Ich hoffe sehr, dass die Täter bald gefunden werden.“ Nun setzt Weber auf verstärkte Sicherheitsmaßnahmen: Sein Haus werde inzwischen rund um die Uhr von einer Security-Firma überwacht. Der Schock sitzt tief – und der 83-Jährige hofft, bald etwas Ruhe zu finden.