Auf der A 81 geht es oft nur schleppend voran. Weitere Baustellen im Strohgäu sehen Sie in unserer Bildergalerie. Klicken Sie sich durch. Foto: factum/Simon Granville

Wer in diesen Tagen Auto fahren muss, benötigt mehr Zeit als üblich. Der Bund hat eine Großbaustelle auf der A 81 eingerichtet. In den Orten im Strohgäu regen sich die Bürger hingegen über viele vergleichsweise kleine Maßnahmen auf.

Strohgäu - Der Verkehr auf den Straßen wird in den Ferien zwar weniger – sowohl in den Pfingst- als auch in den Sommerferien. Aber die Autofahrer benötigen in diesen Wochen mehr Zeit. Durch die vielen Baustellen stockt und staut sich der Verkehr im gesamten Strohgäu. Ein Überblick.

Täglicher Stillstand auf der A 81

Das Tempo ist auf 60 Stundenkilometer begrenzt, die Verkehrsführung geändert, die einzelnen Fahrspuren verengt. Die Baustelle auf der Autobahn 81 zwischen den Anschlussstellen Ludwigsburg-Nord und Stuttgart-Zuffenhausen kostet den Bund 4,4 Millionen Euro und die Autofahrer viel zusätzliche Zeit. Die Auffahrt Ludwigsburg-Süd in Fahrtrichtung Leonberg bleibt laut dem Regierungspräsidium Stuttgart bis voraussichtlich Mitte August gesperrt.

Die gut vier Kilometer lange Strecke zwischen den Anschlussstellen Ludwigsburg-Nord und Stuttgart-Zuffenhausen wird saniert – also sowohl die Asphaltdecke als auch die darunter liegende Schicht. Der Verlauf der Ein- und Ausfahrten wird zum Teil verändert. Um die Arbeiten ohne Vollsperrung zu ermöglichen, wurden die Fahrstreifen verschoben und in beiden Richtungen Betonschutzwände zur Trennung der Verkehrsströme aufgestellt. Ein Fahrstreifen wurde inzwischen auf die Gegenrichtung geleitet.

Weitere Anschlussstelle wird gesperrt

In der ersten Bauphase werden voraussichtlich bis Ende Juli der zweite und dritte Fahrstreifen an der linken Fahrbahnseite saniert. Bis Mitte August sollen die erste Fahrspur sowie der Seitenstreifen gerichtet werden. Zudem werde der Randstreifen laut der Behörde um etwa einen halben Meter verbreitert und zwei Nothaltebuchten gebaut.

Während der zweiten Bauphase wird zusätzlich die Ausfahrt der Anschlussstelle (AS) Ludwigsburg-Süd in Fahrtrichtung Leonberg gesperrt. Der Verkehr muss an der AS Ludwigsburg-Nord oder in Stuttgart-Feuerbach ausfahren. In dieser Zeit ist bis zum Ende der Sommerferien zudem „an der Ausfahrt Stuttgart-Zuffenhausen die Ausfahrt auf die B 10 in Richtung Vaihingen/Enz sowie die Einfahrt von der B 10 in Richtung Süden auf die A 81 in Richtung Leonberg gesperrt“, heißt es beim Regierungspräsidium.

Informationen über Straßenbaustellen im Land gibt es im Internet auf der Seite www.baustellen-bw.de.

Wichtige Anbindung Ditzingens dicht

In Ditzingens Zentrum ist die Gartenstraße seit Mitte März gesperrt. Und das bleibt noch eine Weile so: Offiziell beendet sind die Bauarbeiten weiterhin am 17. Februar nächsten Jahres – obwohl das umfassende Umbauprojekt bestens vorangeht. „Wir liegen sehr gut im Zeitplan“, sagt Adrian Leuser. Er koordiniert Planung und Bau bei den zuständigen Stadtwerken. Die Arbeiten gehörten zu den „aufwendigsten Sanierungsmaßnahmen in der Ditzinger Innenstadt der letzten Jahre“.

Für rund 1,6 Millionen Euro werden in der Garten- und der Kirchgartenstraße die Gas-, Wasser- und Abwassersysteme erneuert, die Gehwege verbreitert, die Straßen saniert. Der Kreisverkehr auf Höhe der Wilhelmschule wird komplett umgebaut. Die Bauabschnitte eins und zwei sind laut Adrian Leuser bereits abgeschlossen, sodass das Gebäude mit Bäckerei, Blumenladen und Ärzten wieder zugänglich sei. Derzeit würden Kanäle modernisiert, im September ist der Kreisverkehr an der Reihe.

Verkehrschaos? „So gut wie nie“

Die Gartenstraße ist für die Stadt eine wichtige Anbindung. Rund 11 000 Autos passieren sie wochentags, um auf die Autobahn oder ins Zentrum zu gelangen. Jetzt werden sie über die Hohenstaufenstraße und dann am Polizeirevier vorbei geleitet. „Trotzdem gab es so gut wie nie ein Verkehrschaos“, sagt Adrian Leuser, und sowohl Gewerbetreibende als auch Anwohner kämen problemlos an ihr Ziel.

Zufahrt nach Leonberg blockiert

Bis Mitte Oktober bleibt die Bundesstraße 295 zwischen Leonberg und Ditzingen gesperrt. Auf dem Streckenabschnitt wird die Fahrbahn nebst der Entwässerungsleitungen grundlegend saniert. Die B 295 ist von der Kreuzung Feuerbacher Straße und Strohgäustraße in Leonberg bis zur Einmündung der Kreisstraße nach Gerlingen nicht befahrbar.

Nicht die erste Sanierung

Parallel dazu wird ein Gehweg entlang der der viel befahrenen Bundesstraße zu einem neuen Geh- und Radweg. Außerdem wird im weiteren Streckenverlauf ein neuer Wirtschaftsweg gebaut, der auch als Radweg dienen soll. Die Umleitung während der Bauzeit verläuft von Leonberg über Höfingen nach Ditzingen. Aus Ditzingen wird der Verkehr Richtung Höfingen und Gebersheim nach Leonberg geführt. Die Gesamtkosten für den Bau belaufen sich auf rund 1,9 Millionen Euro.

Der Bund trägt die Kosten. Bereits im Jahr 2017 war in einem ersten Abschnitt die Bundesstraßezwischen Ditzingen und der Einmündung ach Gerlingen saniert worden.

Schwierige Ortsdurchfahrt

In Gerlingen nimmt das Träuble-Areal Gestalt an. In der Leonberger Straße wird der Verkehr deshalb an den anliefernden Lastwagen vorbeigeleitet – tageweise mittels Ampelregelung. Erschwert ist zudem der Durchgangsverkehr in der Urbanstraße. Da es sich um private Bauvorhaben handelt, macht die Stadt selbst keine Angaben zum Zeitplan.

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