Das Modell 'Portugieser' der Schweizer Uhrenmarke IWC Foto: IWC

Die Armbanduhr als Handtasche des Mannes? Über den Unterschied zwischen Mann und Frau. 

Stuttgart - Auf so ein Thema kann nur eine Frau kommen: "Die Armbanduhr ist die Handtasche des Mannes, schreib da mal was drüber!" Eigentlich ist eine Armbanduhr eine Armbanduhr und keine Handtasche. Aber vielleicht ist das falsch. Frage also an den Kollegen M., der sich auskennt mit solchen Sachen und eine sogenannte Fliegeruhr der Marke IWC trägt. "Hallo, M., warum trägst du eine Handtasche am Handgelenk?"

"Hää?"

Okay, war nicht gut erklärt. Die Armbanduhr als Handtasche des Mannes - das soll wohl heißen, dass Männer sich immer neue und teure Uhren kaufen, weil ihr Leben leer und trostlos ist und sie mit der Uhr einen Glanz und Inhalt vortäuschen, den ihr Leben nicht hat. Abenteuer, Gefahr, Reichtum, Macht. Was zum Angeben. Ein Porsche am Handgelenk. Wie Frauen, die sich andauernd teure Handtaschen kaufen. Und die sich damit ein bisschen fühlen wie Victoria Beckham.

Das wird der Armbanduhr nicht gerecht. Sie ist eine sehr nützliche Erfindung. Im Ersten Weltkrieg stellten die Soldaten fest, dass sie viel praktischer ist als die bis dahin übliche Taschenuhr. Anschließend eroberte die Armbanduhr auch das zivile Leben.

Rat des Modebloggers

Da kommt gerade Kollege W., der eine Omega trägt, das Modell, mit dem die Amis 1969 auf dem Mond gelandet sind. "Guten Tag, W., wollen Sie auf den Mond?" W. ist nicht mehr in dem Alter, da man noch für ein Astronautentraining infrage kommt. Er versichert außerdem, diese Uhr seit 30 Jahren zu besitzen.

Zwischenergebnis: Eine gute Uhr hält länger als eine Handtasche, und ein Mann hält es länger mit seiner Uhr aus als eine Frau mit ihrer Handtasche.

Eine Studie fand heraus: Die Durchschnittseuropäerin besitzt sieben Handtaschen gleichzeitig. Und im Laufe ihres Lebens gibt sie 11.000 Euro für Handtaschen aus. Ist das viel oder wenig? Einerseits: Die wenigsten Männer besitzen sieben Uhren (Wecker und Küchenuhren zählen nicht). Andererseits bekommt man für 11.000 Euro höchstens zwei einfache Uhren der Marke Rolex (um mal in der Prestige-Klasse zu bleiben). Aber, wie gesagt, eine einzige Rolex reicht den meisten Männern. Außerdem kann man die Armbanduhr auch im Bett tragen, was bei der Handtasche eher albern aussieht.

Der einflussreichste Modeblogger unserer Zeit, Scott Schuman, rät übrigens Männern dazu, auf die Armbanduhr zu verzichten, weil sie die Wirkung der Hemdmanschette kaputt macht, und sich stattdessen auf die Zeitanzeige ihres Handys zu verlassen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: