Flore und ihr Hund: die 17-Jährige hat akute myeloische Leukämie Foto: privat

Flore leidet an akuter myeloischer Leukämie. Eine Stammzellenspende ist ihre einzige Überlebenschance. Ihre Familie hat deshalb eine Typisierungaktion in Stuttgart-Möhringen organisiert.

Möhringen - Mehr als acht Millionen Menschen weltweit sind als potenzielle Stammzellenspender registriert. Zu Flore aus Möhringen passt keiner. Die junge Frau hat akute myeloische Leukämie. Und nach der vierten Chemotherapie steht fest: Eine Stammzellenspende ist das Einzige, was Flores Leben retten kann.

Flore ist ein ganz normales Mädchen. Vergangenen Montag feierte sie ihren 17. Geburtstag. Seit einiger Zeit lebt sie mit ihrer Familie in Paris, geht dort zur Schule, kümmert sich um ihren Hund und bekommt derzeit ihre bereits fünfte Chemotherapie. Diese soll ihre Blutwerte noch einmal verbessern, bevor sie hoffentlich einen Stammzellenspender findet.

„Die Chemotherapien haben nicht zum gewünschten Erfolg geführt“, sagt die Möhringerin Susanne Auwärter-Brodbeck, die Tante von Flore. Deshalb organisiert sie gemeinsam mit der ganzen Familie und mit Freunden eine Typisierungsaktion – in der Hoffnung, dass der passende Spender für Flore endlich dabei ist. Dass die Bemühungen durchaus zum Ziel führen können, hat der Fall von Larissa aus Stuttgart-Vaihingen im Frühjahr gezeigt. Nach langem Bangen und großem medialen Trubel hatte sich letztlich ein passender Spender gefunden.

So weit sind Flore und ihre Lieben noch nicht. „Die Familie ist seit November im Ausnahmezustand“, erzählt die Tante und wirkt, als könne sie es selbst noch nicht fassen. Die Krankheit ihrer Nichte entwickle sich sehr schnell. „Als Beteiligter ist es wahnsinnig schwer, hilflos daneben zu stehen“, sagt sie.

Flore hofft, wieder gesund zu werden

Während in Stuttgart die Vorbereitungen für die Typisierungsaktion auf Hochtouren laufen, versuche Flore, in Paris ein normales Leben zu führen. „Sie hat viele Freundinnen, die gerade an ihrer Seite stehen“, sagt Auwärter-Brodbeck. Nach der ersten Chemotherapie habe Flore von ihrer Mutter einen Hund bekommen, den sie sich gewünscht hatte. Seitdem verbringe sie viel Zeit mit der kleinen Mila. Flore sei tapfer, sagt Susanne Auwärter-Brodbeck: „Sie hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, wieder gesund zu werden.“

„Wir gehen voller Euphorie in die Typisierungsaktion“, sagt Auwärter-Brodbeck. Hinter ihr liegt eine lange Zeit des Organisierens. „Die DKMS unterstützt solche Aktionen wunderbar“, sagt sie. Was die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) nicht übernehmen konnte, ist die Suche nach einem passenden Ort. Flores Tante musste einen Ort finden, an dem genügend Menschen Platz haben. Außerdem sind viele helfende Hände nötig. „Wir erfahren gerade so unglaublich viel Hilfsbereitschaft, dass die einzige Schwierigkeit ist, das alles zu koordinieren“, sagt sie.

Familie stößt auf große Hilfsbereitschaft

Der Aufruf habe sich rasend schnell verbreitet. Allerdings: „Von vielen habe ich die Rückmeldung bekommen, dass sie schon lange registriert sind“, sagt Auwärter-Brodbeck. Wie gering die Chance ist, bei der Aktion einen passenden Spender zu finden, weiß sie. „Aber selbst wenn es Flore nicht hilft, hilft es vielleicht jemand anderem“, sagt sie. Gesunde Menschen zwischen 17 und 55 Jahren können sich bei der DKMS registrieren, indem sie mit einem Wattestäbchen einen Wangenschleimhautabstrich machen. Das ist übrigens auch zu Hause möglich. „Trotzdem ist es vielleicht ein schönes Erlebnis für die Spender, zur Aktion zu kommen“, meint Auwärter-Brodbeck und hofft, ihrer Nichte damit helfen zu können.

Termin Die Typisierungsaktion ist am Sonntag, 29. Juli, von 11 bis 16 Uhr im Möhringer Waldheim im Weidachtal, Weidach 8. Jeder, der zwischen 17 und 55 Jahre alt ist und keine chronischen Erkrankungen hat, kann sich registrieren lassen. Auch der Schauspieler Walter Sittler und seine Frau Sigrid haben angekündigt an, zu der Aktion zu kommen.

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