Zwei Tage nach seinem Verschwinden finden Fischer die Leiche des „Kaffee-Königs“. Foto: AFP/STR

Zwei Tage galt V.G. Siddhartha als vermisst. Nun haben Fischer die Leiche des indischen „Kaffeekönigs“ gefunden. Die Polizei geht von Suizid aus.

Mangalore - Zwei Tage nach seinem Verschwinden haben Fischer die Leiche des indischen Kaffeemagnaten V.G. Siddhartha gefunden. Der 60 Jahre alte Gründer der Kette Café Coffee Day sei identifiziert worden, teilte die Polizei mit. Siddhartha hatte Bangalore laut Polizei am Montag verlassen und seinen Fahrer angewiesen, ihn an einer Brücke nahe Mangalore im südwestindischen Bundesstaat Karnataka abzusetzen, weil er einen Spaziergang machen wolle. Als er nach zwei Stunden nicht zurückgekehrt war, alarmierte der Fahrer die Polizei. Ein Fischer berichtete später, er habe einen Mann von einem Brückenpfeiler in den Fluss Netravati springen sehen.

Der etwa 60-jährige Milliardär war mit der Tochter des früheren indischen Außenministers S.M. Krishna verheiratet und gehörte zu den am besten vernetzten Unternehmern des Landes. Seine Familie ist seit mehr als 130 Jahren im Kaffeegeschäft. Indischen Medienberichten zufolge litt Siddhartha seit Steuerrazzien in mehreren Büros seines Kaffee-Imperiums vor zwei Jahren an Depressionen. Auch über finanzielle Probleme war spekuliert worden, vor allem seit bekannt wurde, dass Siddhartha Gespräche mit dem US-Konzern Coca Cola über einen Verkauf der Kaffeehauskette führte.

In einem Schreiben entschuldigt sich der Kaffeemagnat bei seinen Aktionären

Siddhartha gründete die Kette im Jahr 1996. Inzwischen hat sie weltweit 1700 Filialen – die meisten davon in Indien. Der mächtige US-Konkurrent Starbucks konnte bisher nur etwas mehr 150 Filialen in Indien eröffnen.

Laut Medienberichten schickte Siddhartha kurz vor seinem Verschwinden ein Schreiben an die Aktionäre seiner Kette, in dem er sich dafür entschuldigte, „alle Menschen zu enttäuschen, die mir ihr Vertrauen geschenkt haben“. Er habe lange Zeit gekämpft, schrieb Siddhartha, „aber ich hielt den Druck eines meiner Investment-Partner nicht mehr aus, der mich dazu zwang, seine Anteile zurückzukaufen.“

Hilfe bei Depressionen bietet die Telefonseelsorge unter der kostenlosen Rufnummer: 0800/111 0 111

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