Das Pokalspiel deckt die Abwehrschwächen des TVB Stuttgart schonungslos auf. Für Geschäftsführer Jürgen Schweikardt ist dies vor den anstehenden Schlüsselspielen aber erklärbar.
Bei Antonio Serradilla war schon bei seiner Auswechslung beim 10:15 der Frust groß. Der Spanier kickte einen Stuhl hinter der Trainerbank wütend um. Der gebrauchte Abend des TVB Stuttgart im einseitigen DHB-Pokal-Achtelfinalspiel gegen die SG Flensburg-Handewitt deutete sich schon zu diesem Zeitpunkt kurz vor der Pause an. Am Ende stand ein 29:36 auf der Anzeigentafel in der mit 1921 Zuschauern besetzten Scharrena.
16 technische Fehler
„Wir tun uns brutal schwer, in der Abwehr Zugriff zu finden“, brachte TVB-Coach Misha Kaufmann das Kernproblem auf den Punkt. Spielt sein Team im Angriff nicht 60 Minuten lang nahe am Optimum, dann ist es aufgrund der eklatanten Schwächen in der Deckung schlicht und ergreifend chancenlos. Und in der Partie gegen den Bundesliga-Tabellenführer leistete sich der TVB eben 16 technische Fehler, Flensburg nur fünf.
„Ein, zwei Kreuzungen reichen gefühlt und der Gegner kommt frei zum Wurf“, monierte auch TVB-Toptorschütze Kai Häfner (13/8 Treffer) die Unzulänglichkeiten im Abwehrzentrum. Es fehlt an Absprachen, an Automatismen, an Eingespieltheit. Der Personalnotstand speziell im Innenblock spielt dabei eine Rolle. Doch obwohl Serradilla, Gianfranco Pribetic und nun erstmals auch Co-Kapitän Samuel Röthlisberger wieder zurück auf dem Feld sind, bittet Geschäftsführer Jürgen Schweikardt um Geduld: „Alles ist erklärbar. Wir hatten zwei Monate lang nicht die Möglichkeit, eine Abwehr-Stammformation einzuspielen, weil wir ständig in einer anderen Aufstellung antreten mussten.“
Für den den 45-Jährigen steht deshalb fest: „Wir brauchen Zeit, wir brauchen Wiederholungen im Training, das geht in der stärksten Liga der Welt nicht von heute auf morgen. Wie soll das funktionieren? Auch Misha Kaufmann kann nicht zaubern.“
Nächster Halt: Eisenach
Magische Kräfte verlangt keiner. Doch dass der Schweizer mit harter Arbeit in den nächsten Wochen Ergebnisse liefern muss, steht außer Frage. Am 13. November (19 Uhr) geht es zum ThSV Eisenach und damit kommt es zum pikanten Wiedersehen für Kaufmann, Assistent Danijel Grgic und die TVB-Spieler Simone Mengon und Ivan Snajder.
Danach kommt Aufsteiger GWD Minden in die Porsche-Arena (20. November, 19 Uhr), ehe es zum HC Erlangen (28. November, 19 Uhr) geht und die Heimspiele gegen die HSG Wetzlar (4. Dezember, 19 Uhr) und den SC DHfK Leipzig (7. Dezember, 19 Uhr) folgen. „Wir müssen da jetzt durch und in solchen Spielen Punkte mitnehmen – auch wenn wir gegen Eisenach und gegen Minden noch nicht am Optimum sind“, fordert Schweikardt.
Schweikardt bleibt gelassen
Was es dazu braucht, ist völlig klar. Der TVB muss sein Niveau im Angriff halten und in der Abwehr deutlich zulegen. „Auf Strecke gesehen, habe ich keine Bedenken, dass uns das gelingen wird“, sagt Schweikardt. Mit Blick auf die mageren 4:16 Punkten und Tabellenplatz 16 sollten den Worten nun aber auch relativ schnell Taten folgen.
Saison 2025/26
Ergebnisse
TVB – HSV Hamburg 33:36, SG Flensburg-Handewitt – TVB 29:29, TVB – Bergischer HC 35:28, SC Magdeburg – TVB 32:23 TVB – Frisch Auf Göppingen 28:28, VfL Gummersbach – TVB 33:26, TV Emsdetten – TVB (30:35/DHB-Pokal zweite Runde), TVB – MT Melsungen 29:31, TBV Lemgo Lippe – TVB 32:30, TVB – Füchse Berlin 30:36, Rhein-Neckar Löwen – TVB 38:34, TVB – SG Flensburg-Handewitt (29:36/DHB-Pokal-Achtelfinale).
Termine
ThSV Eisenach – TVB (13. November, 19 Uhr), TVB – GWD Minden (20. November, 19 Uhr), HC Erlangen – TVB (28. November, 19 Uhr), TVB – HSG Wetzlar (4. Dezember, 19 Uhr), TVB – SC DHfK Leipzig (7. Dezember, 19 Uhr), THW Kiel – TVB (10. Dezember, 19 Uhr), TSV Hannover-Burgdorf – TVB (14. Dezember, 16.30 Uhr), TVB – VfL Gummersbach (21. Dezember, 16.30 Uhr), MT Melsungen – TVB (26. Dezember, 17.30 Uhr). (jüf)