Der TVB Stuttgart scheidet in der zweiten DHB-Pokal-Runde bei Zweitligist HSC 2000 Coburg aus. Frisch Auf Göppingen und die SG BBM Bietigheim scheitern an Ligarivalen. Ein Überblick.
Das Achtelfinale des DHB-Pokals wird nur mit einem Vertreter aus Württemberg über die Bühne gehen. Lediglich Handball-Zweitligist HBW Balingen-Weilstetten konnte sich für die Runde der letzten 16 qualifizieren.
TVB Stuttgart
Die Krise beim TVB Stuttgart verschärft sich. Nach dem schlechten Start in der Handball-Bundesliga mit 2:8 Punkten unterlag die Mannschaft von Trainer Michael Schweikardt nun auch in der zweiten DHB-Pokal-Runde vor 1556 Zuschauern bei Zweitligist HSC 2000 Coburg mit 22:25 (10:12). „Als Folge der vergangenen beiden Heimniederlagen in der Liga, war die volle Verunsicherung bei uns zu spüren. Wir müssen jetzt aber die Köpfe oben lassen, uns wehren und uns Schritt für Schritt wieder rauskämpfen“, sagte Geschäftsführer Jürgen Schweikardt nach dem bitteren Pokal-Aus.
„Wir haben vorne unsere Chancen nicht genutzt und haben verdient verloren. Es ist doppelt bitter, wir wollten weiterkommen und uns ein gutes Gefühl holen, beides ging in die Hose“, ergänzte der enttäuschte Linkshänder Kai Häfner. Zu allem Überfluss musste Abwehrstratege Samuel Röthlisberger kurz vor der Pause mit Verdacht auf Gehirnerschütterung vom Feld. Der Schweizer war mit dem Kopf auf den Hallenboden geknallt. Ob er am Samstag (19 Uhr) im Ligaspiel beim THW Kiel eingesetzt werden kann, ist offen. „Es wäre bitter, wenn uns Samu für den Mittelblock auch noch wegbrechen würde“, sagte Jürgen Schweikardt.
Beste Werfer für den TVB in Coburg waren Lenny Rubin (4) und Daniel Fernandez (4/1). Der überragende Mann stand im Tor des HSC: Der griechische Keeper Petros Boukovinas zeigte 15 Paraden.
Frisch Auf Göppingen
Das letzte Heimspiel im DHB-Pokal hatte Frisch Auf Göppingen vor zwölf Jahren. Das mangelnde Losglück trug dazu bei, dass der Pokal-Wettbewerb für die Grün-Weißen stets frühzeitig beendet war. Und auch dieses Jahr kam mit dem 36:37 (17:20) vor 4195 Zuschauern bei den Füchsen Berlin das Aus bereits in Runde zwei. Nach dem 25:33-Rückstand (47.) drehte Frisch Auf noch einmal auf, doch der Anschlusstreffer durch Ludvig Hallbäck zum Endstand 14 Sekunden vor dem Ende kam zu spät. „Wir hatten bis weit in die zweite Halbzeit zu wenig Zugriff auf den Berliner Angriff bekommen. Mit einer Umstellung und der Hereinnahme von Torwart Julian Buchele konnten wir Fehler bei den Füchsen provozieren. Großes Lob an unsere Mannschaft, die nie aufgegeben hat“, sagte Trainer Ben Matschke.
Erfolgreichste Göppinger Werfer waren Ludvig Hallbäck (9), Josip Sarac (6) und Rutger ten Velde (5); für die Füchse trafen Mathias Gidsel (10) und Lasse Andersson (7) am besten. Ein Sonderlob bekam der schwedische Spielmacher Hallbäck: „Ludvig kommt immer besser zum Zug und setzt auch seine Mitspieler sehr gut ein“, sagte Matschke. „Mit dem Angriffsspiel war ich sehr zufrieden, aber in der Abwehr hatten wir mit der hochkarätigen Besetzung der Füchse unsere Probleme.“ Für Frisch Auf geht es in der Liga am kommenden Montag (19 Uhr) beim SC Magdeburg weiter.
SG BBM Bietigheim
Vor gut zwei Wochen hatte die SG BBM das Ligaspiel beim ThSV Eisenach mit 35:32 gewonnen. Im Pokal setzte es nun vor nur 350 Zuschauern in der Sporthalle am Viadukt ein 26:31 (8:18). Bietigheim legte eine sehr schlechte erste Hälfte aufs Parkett, spielte fahrig, produzierte technische Fehler in Serie und war in den Abschlüssen nicht konsequent. Immer wieder scheiterte man am Kroaten Matija Spikic im ThSV-Tor. Den Zehn-Tore-Rückstand zur Pause konnte das Team von Trainer Iker Romero nach dem Wechsel nicht mehr wettmachen.
„Die erste Halbzeit war brutal schlecht von uns. In der Pause haben wir uns an der Ehre gepackt und versucht, das Beste draus zu machen“, sagte Bietigheims Rückraumspieler Dominik Claus. Er erzielte mit vier Treffern gemeinsam mit Alexander Pfeifer (4) und Tom Wolf (4/2) die meisten Tore für die SG BBM, für Eisenach traf Kreisläufer Peter Walz (8) am besten. Bietigheim muss nun am Samstag (20.30 Uhr) wieder ran: In der Liga geht es zur MT Melsungen.
HBW Balingen-Weilstetten
Was der HBW Balingen-Weilstetten zu Hause leisten kann, hat er nun auch als Zweitligist gegen einen Bundesligisten gezeigt: Durch das 34:32 (21:16) vor 1160 Zuschauern gegen die HSG Wetzlar steht die Mannschaft von Trainer Matthias Flohr im DHB-Pokal-Achtelfinale. „Die Jungs haben heute ein Feuerwerk abgebrannt. Ich bin stolz drauf, was sie gezeigt haben, das hat richtig Spaß gemacht“, jubelte Geschäftsführer Felix König. Beste HBW-Werfer waren die beiden Ex-Stuttgarter Jerome Müller und Sascha Pfattheicher (je 6).
Alle Spiele in der Übersicht
VfL Lübeck Schwartau – TSV Hannover-Burgdorf 33:36
Eulen Ludwigshafen – TBV Lemgo Lippe 17:30
HC Elbflorenz 2006 – Bergischer HC 06 32:36
Füchse Berlin – Frisch Auf Göppingen 37:36
HSC 2000 Coburg – TVB Stuttgart 25:22
TuS N-Lübbecke – SC DHfK Leipzig 23:32
HC Empor Rostock – HSG Nordhorn-Lingen 42:40
HC Erlangen – VfL Gummersbach 27:28
ASV Hamm-Westfalen – TuSEM Essen 30:31
HBW Balingen-Weilstetten – HSG Wetzlar 34:32
SG BBM Bietigheim – ThSV Eisenach 26:31
VfL Eintracht Hagen – Rhein-Neckar Löwen 26:29
HSV Hamburg – THW Kiel 27:30