Max Häfner spielt erstmals an der Seite seines Bruders Kai. Wie schätzt der Spielmacher des Handball-Bundesligisten TVB Stuttgart den Start ein? Was erwartet er vom Derby beim HBW Balingen-Weilstetten?
Der TVB Stuttgart hat sein erstes Saisonspiel gegen die Füchse Berlin verloren, der HBW Balingen-Weilstetten beim Bergischen HC seinen ersten Sieg eingefahren. Nun kommt es an diesem Dienstag (19 Uhr) in Balingen zum württembergischen Derby. TVB-Spielmacher Max Häfner geht optimistisch ins Spiel.
Herr Häfner, Sie haben Ihr erstes gemeinsames Pflichtspiel mit Ihrem Bruder hinter sich. Wie war’s?
Schon speziell. Bedingt auch durch unseren Altersunterschied von sieben Jahren, hatte sich das bisher nicht ergeben. Schön, dass es endlich geklappt hat, auch wenn wir uns alle ein besseres Ergebnis gewünscht hätten.
Sie selbst zeigten beim 29:30 gegen die Füchse Berlin eine gute Leistung, warfen fünf Tore, sogar eines mehr als Ihr Bruder.
Ich war mit mir persönlich zufrieden, Kai drehte gegen Ende auf, aber die Teamleistung steht über allem. Was bringt die eigene gute Leistung, wenn man am Ende mit leeren Händen dasteht?
Warum hat es nicht zu einem Punktgewinn gereicht?
Um ein Topteam wie die Füchse zu schlagen, muss alles passen. Wir haben beim Stand von 24:25 vier Mal die Chance zum Ausgleich – schaffen es aber nicht, weil wir zu viele freie Würfe vergeben. Das bricht einem das Genick.
Trainer Michael Schweikardt sagt, Kai Häfner macht seine Mitspieler besser. Warum ist das so?
Mit seiner Erfahrung und Qualität hilft uns Kai sehr. Er zieht die Aufmerksamkeit der Gegner auf sich, dadurch gibt es schon mehr Räume für uns Mitspieler. Jeder in der Mannschaft profitiert von ihm.
„Das wird ein unangenehmes Spiel“
Was erwarten Sie vom Spiel in Balingen?
Zu allererst natürlich unseren ersten Saisonsieg. Aber es wird ein sehr schweres, unangenehmes Spiel, ein hitziges Derby, in einem Hexenkessel.
In dem Ihr Team beim Aufsteiger als Favorit ins Spiel geht.
Es ist unser Anspruch zu gewinnen. Aber das wollen wir in jedem Spiel. In der Bundesliga kannst du gegen jeden gewinnen, aber auch gegen jeden verlieren. Das gilt im Übrigen auch für unser Heimspiel am kommenden Sonntag gegen den ThSV Eisenach.
Was macht Sie optimistisch, dass das Saisonziel Top Ten erreicht wird?
Jeder weiß, dass wir alles geben müssen, um dies zu erreichen. In unserem Kader glaubt jeder an den Erfolg und geht mit diesem ambitionierten Ziel voll mit. Wenn wir von Verletzungen verschont bleiben, uns in einen Flow spielen, dann ist das ein durchaus realistisches Ziel.
Kapitän Patrick Zieker saß gegen die Füchse nur auf der Bank, Jerome Müller stand nicht im Kader. Wie gehen diese etablierten Spieler damit um?
Das müsste man sie selbst fragen, ich stelle jedenfalls keinerlei Probleme fest. Jeder ordnet alles dem Teamerfolg unter.
In der Vorbereitung haben Sie zweimal mit dem TVB gegen den HBW verloren. Wie geht’s am Dienstag aus?
Die beiden Vorbereitungsspiele spielen keine große Rolle und stecken nicht in unseren Köpfen. Zumal wir beim ersten Duell praktisch direkt aus dem Trainingslager kamen und nur zweimal einen Ball in der Hand hatten. Beim zweiten Mal hatten wir einige Verletzte. Jetzt sind die Vorzeichen anders. Wir fahren nach Balingen, um das Spiel zu gewinnen.
Zur Person
Karriere
Max Häfner kam am 13. Mai 1996 in Schwäbisch Gmünd zur Welt. Mit 17 Jahren wechselte er von seinem Heimatverein TSB Schwäbisch Gmünd zu Frisch Auf Göppingen in die A-Jugend-Bundesliga. Von Göppingen kehrte er nach Gmünd zurück. Mit dem TSB stieg Häfner in die Oberliga auf. Zur Saison 2017/18 wechselte er aus der vierten Liga zum Erstligisten TVB 1898 Stuttgart. 2018 musste er nach einem Bänderriss und zwei Bandscheiben-Operationen ein halbes Jahr pausieren. Seit dieser Saison spielt er gemeinsam mit seinem Bruder Kai für den TVB.
Persönliches
Max Häfner studiert an der PH in Schwäbisch Gmünd auf Lehramt die Fächer Mathematik und Sport. (jüf)