Auch Torwart Johannes Bitter kann die TVB-Niederlage nicht verhindern. Foto: Baumann

Wie gewonnen, so zerronnen: Nach dem Derby-Sieg in Göppingen haben die Handballer des TVB Stuttgart den nächsten Auswärtssieg verpasst. Nach schwacher erster Hälfte setzte es in Lemgo eine 21:24-Niederlage.

Lemgo - Mit 21:24 (8:14) verlor der TVB Stuttgart am Ende in der Handball-Bundesliga beim TBV Lemgo verloren – doch die Schlüsselszenen hatten sich gleich zu Beginn der Partie abgespielt. Als ob die Mannschaft nicht schon genug personelle Probleme hätte, schwächte sie sich auch noch selbst. Nach gerade mal 128 Sekunden waren die Schwaben einen Mann weniger, als Tobias Schimmelbauer die Rote Karte gesehen hatte – und die beutetet auch im Handball Platzverweis. Der Linksaußen hatte Isaias Guardiola im Gesichtsbereich getroffen. Stuttgarts Trainer Markus Baur sagte: „So schlimm kann es nicht gewesen sein, weil er danach ein gutes Spiel gemacht hat.“ Und acht Tore, die meisten im Spiel. „Das warf uns natürlich durcheinander“, meinte der TVB-Geschäftsführer Jürgen Schweikardt zu der Aktion, weil ein wichtiger Mann in der Abwehr fehlte.

Und Dominik Weiß beim ersten Gegenzug die Führung verpasste und am Schlussmann Peter Johannesson (elf Paraden bis zur Halbzeit) scheiterte. Wie später noch der eine oder andere Teamkollege (vor allem Michael Kraus) bei überhasteten Würfen. Also zog Lemgo recht schnell auf 3:0, 6:2 und 10:4 (23.) davon. Stuttgart präsentierte sich vor allem im Angriff nicht durchschlagskräftig genug und verzettelte sich in überhasteten Würfen. „In der ersten Halbzeit waren wir nicht anwesend, das war entscheidend“, sagte Markus Baur.

Aufholjagd kommt zu spät

Wie nach dem Derby-Sieg in Göppingen gewonnen, so zerronnen. „So wie vor der Pause dürfen wir nicht auftreten, die letzten zehn Prozent haben gefehlt“, sagte Schweikardt, den zumindest die zweite Hälfte einigermaßen versöhnt haben dürfte, in der der TVB (Bobby Schagen und Michael Schweikardt je 4)nach einer Aufholjagd vor den 2947 Zuschauern bis auf 21:21 (58.) herangekommen war. Doch in der hektischen Schlussphase entschieden dann Kleinigkeiten – zu Gunsten der Gastgeber. Baur: „Da haben wir einen großartigen Kampf abgeliefert.“

Der Mut macht. Die Chance zur Revanche gibt es bereits am 18. Oktober, dann im Pokal-Achtelfinale an gleicher Stelle. Zuvor wartet aber nächsten Sonntag (12.30 Uhr) die Partie gegen den VfL Gummersbach in der Stuttgarter Porsche-Arena. „Da müssen wir von Anfang an mit mehr Durchschlagskraft ins Spiel gehen“, fordert Schweikardt. Schließlich geht es gegen den schwächelnden Altmeister (Vorletzter) darum, sich mit einem Sieg von den Abstiegsrängen zu distanzieren.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: