Auch TVB-Torwart Jogi Bitter kann die Niederlage nicht verhindern. Foto: Pressefoto Baumann

Der TVB hat das zweite Heimspiel der Saison in der Handball-Bundesliga verloren. Am Sonntag gab es eine 29:31-Niederlage gegen den HC Erlangen – und damit keine 4:0 Punkte zum Auftakt.

Stuttgart - Ein Prosit auf den Frühschoppen-Handball, der am Sonntag um 12.30 Uhr in Stuttgart seine Premiere feierte. Und in der mit 2251 Zuschauern ausverkauften Scharrena herrschte denn auch ausgelassene Stimmung. Also sagte Jürgen Schweikardt: „So macht Handball Spaß, wenn zwei Fanlager aufeinander treffen.“ Dumm nur aus Sicht des TVB-Geschäftsführers, dass am Ende nur die große Zahl der Schlachtenbummler Grund zum Feiern hatte, als ihre Mannschaft mit 31:29 (17:12) gewonnen hatte.

„Schade“, sagte Stuttgarts Trainer Markus Baur nach dem Auftaktsieg gegen Melsungen, „aber Erlangen hat insgesamt den Sieg mehr gewollt.“ Die Franken jedenfalls waren nach der Heimniederlage gegen Lemgo deutlich auf Wiedergutmachung aus. Und das recht eindrucksvoll von Beginn an. Nach dem 4:3 des TVB stellten die Gäste in der ersten Hälfte die Weichen auf Sieg, führten schnell mit 10:6 und gerieten danach nie mehr in Rückstand. „So gesehen ist der Sieg verdient“, sagte auch Stuttgarts Rechtsaußen Bobby Schagen, der mit sieben Treffer (zwei Siebenmeter) erneut erfolgreichster Werfer seines Teams war. Das insgesamt in der Abwehr – die Torhüter eingeschlossen (Johannes Bitter und Jonas Maier hielten acht Bälle, zusammen) – zu wenig Zugriff auf den Gegner bekam. Da machte sich auch das Fehlen von Dominik Weiß bemerkbar, dem ein Bluterguss entfernt wurde und der voraussichtlich zwei Wochen fehlen wird.

Zu viele Gegentore kassiert

„31 Gegentore sind zu Hause eindeutig zu viel“, sagte Baur. Das war sicher eine Frage des Willens, aber auch der Qualität. Erlangen war in der Breite besser besetzt. Der starke Spielmacher Michael Haaß konnte immer wieder gekonnt seine Nebenleute einsetzen, so dass Erlangen allein auf 22 Tore aus dem Rückraum kam, was nicht alle Tage gelingt.

Nach der Pause ging nochmals ein Ruck durch die Stuttgarter Mannschaft, die recht schnell bis auf 18:19 (38.) herankam, „Vielleicht zu schnell“ mutmaßte Baur, jedenfalls spielte sein Team in der vermeintlichen Euphorie – wie auch nach dem 24:25 (49.) – zu überhastet und traf die falschen Entscheidungen. „Wir sind ein bisschen selbst schuld, dass das Spiel so ausgegangen ist“, meinte Baur. Und Schweikardt fügte noch hinzu: „Man hat gesehen, dass wir gegen jeden mithalten, aber auch verlieren können.“ Mal schauen, was nächsten Sonntag in Magdeburg herauskommt – zur nächsten Frühschoppenzeit.

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