Matchwinner auf Stuttgarter Seite: Dominik Weiß mit sechs Toren in Folge Foto: Baumann

Der TVB gewinnt das Kellerduell in Ludwigshafen 25:24. Die Umstellungen des neuen Trainers tragen erste Früchte, vor allem bei Rechtshänder Weiß, der sechs Tore erzielt.

Stuttgart - Der Plan des TVB Stuttgart klang so einfach: Anfahrt, Spiel – und Sieg. Soweit die Theorie im Vorfeld für den Sonntag, die dann aber auch in die Praxis umgesetzt wurde. Die Mannschaft des TVB Stuttgart hat das eminent wichtige Kellerduell in der Handball-Bundesliga bei den Eulen Ludwigshafen mit 25:24 (10:11) gewonnen und dem neuen Trainer Jürgen Schweikardt damit zu dem erhofften Einstand nach Maß verholfen. Der sagte sichtbar erleichtert: „Wir haben extrem viel investiert diese Woche – und sind froh, dass wir dafür belohnt worden sind.“

Bei einem durchaus möglichen Sieg der Gastgeber wären die Eulen vorbeigezogen am TVB, der sich dann wiederum auf einem Abstiegsplatz wiedergefunden hätte. Jetzt hat er erst einmal vier Punkte Vorsprung. Das ist kein sanftes Ruhekissen, aber mal so etwas wie eine Kopfstütze. „Schreibt uns nicht ab“, sagte Ludwigshafens Trainer Benjamin Matschke, der auch ins TVB- Trainerprofil passen würde, aber noch einen Vertrag bis 2020 hat. „So viel Geld kann Stuttgart gar nicht zahlen, um ihn rauszukaufen“, betonte Eulen-Manager Marcus Endlich. Sein Kollege Schweikardt ist ja seit vergangenen Montag als „Trainager“ im Amt, und in diesen Tagen drehte sich für den Familienvater alles nur um Handball, Handball und nochmals Handball. Verbunden mit der Frage, was kann ich ändern, um nach zehn Niederlagen in Folge frische Impulse zu geben?

Einige Überraschungen

Zunächst einmal eine ganze Menge, denn die Anfangsformation hatte doch einige Überraschungen parat. So begann auf Rechtsaußen zum Beispiel der Junioren-Nationalspieler Sascha Pfattheicher, der ein Zweitspielrecht mit der SG Leutershausen besitzt und sich prompt mit zwei Treffern bei drei Versuchen bestens einführte. Auf Rückraum Mitte spielte zunächst weder Michael Schweikardt noch Michael Kraus, sondern Marian Orlowski und zwischen den Pfosten stand nach langer Zeit wieder einmal der von seinen Oberschenkelproblemen genesene Johannes Bitter von Beginn an, der auch gleich einen Siebenmeter parierte.

Der TVB machte seine Sache gut und führte 6:3 sowie 8:5 (20.), doch dann kam ein Bruch ins Spiel der Stuttgarter, die zur Pause plötzlich mit einem Treffer zurücklagen. „Wir wussten, dass es ein sehr intensives Spiel werden würde“, sagte Schweikardt, „und mussten deshalb viel wechseln, um das Tempo halten zu können.“ Wobei vor allem David Schmidt mit seinen sechs Toren den TVB in Atem hielt; ein gutes Zeichen, denn der Linkshänder wechselt im Sommer nach Stuttgart.

Ein Hin und Her

Auch nach dem Wechsel ging es hin und her, keine Mannschaft konnte sich mit mehr als einem Treffer absetzen, der entscheidende Mann auf TVB-Seite kam dann aus dem linken Rückraum. Dank Dominik Weiß sah der TVB nicht schwarz. Der Rechtshänder, dem zuletzt unter Markus Baur kaum etwas gelungen war, sprühte endlich wieder vor Selbstvertrauen – und erzielte sechs Tore des TVB infolge, der anderthalb Minuten vor dem Ende mit drei Treffern (24:21) führte. „Kompliment an ihn“, sagte Schweikardt. Es wurde in der mit 2350 Zuschauern ausverkauften Ebert-Halle zwar noch einmal eng, doch schließlich dominierte der Schlachtruf der mitgereisten TVB-Fans: „Auswärtssieg!“

Ein eminent wichtiger, der der Mannschaft auch Mut machen müsste für die weiteren Aufgaben. Was nicht bedeutet, dass es am Donnerstag automatisch heißen wird: Heimsieg. Denn der Gegner ist dann, bei allem Respekt vor dem Aufsteiger aus Ludwigshafen, eine Nummer größer. Um 19 Uhr kommt der SC Magdeburg in der Stuttgarter Porsche-Arena. Die ist noch nicht ausverkauft – doch die zwei Punkte waren in Sachen Kartenverkauf mehr wert als die beste Radio-Werbung.

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