Michael Kraus ist am Boden zerstört: Der Spielmacher gibt alles – kann die Niederlage gegen Wetzlar aber nicht verhindern. Foto: Pressefoto Baumann

Das war nix: Der Handball-Bundesligist TVB Stuttgart hat im Abstiegskampf einen Rückschlag hinnehmen müssen. Beim 18:28 scheiterte die Mannschaft am überragenden Torwart Buric, aber auch an der eigenen Abschlussschwäche.

Stuttgart - Am Ende hatte es den meisten Spielern die Sprache verschlagen. „Mir fehlen eigentlich die Worte“, sagte der Kreisläufer Simon Baumgarten – um dann Klartext zu sprechen: „Wenn wir so spielen wie in der zweiten Hälfte, dann holen wir keinen Punkt mehr.“ Das wäre dann gleichbedeutend mit dem Abstieg seines TVB Stuttgart aus der Handball-Bundesliga. So weit ist es zwar noch nicht, doch die 18:28-(10:12-)Niederlage am Gründonnerstag gegen die HSG Wetzlar lässt erst einmal schwarz sehen.

Der Applaus der Zuschauer in der wieder einmal ausverkauften Scharrena (2251 Besucher) war gut gemeint, aber im Grunde fehl am Platze. „Das war beschämend, wir müssen uns ja fast entschuldigen“, sagte Baumgarten noch. Die Mannschaft begann zwar zumindest in der Defensive stark (5:3-Führung), „aber offensiv war das von der ersten Minute an sehr schlecht“, gab der sichtlich geknickte Geschäftsführer Jürgen Schweikardt zu. Lediglich der wieder einmal unermüdliche Michael Kraus konnte das mit seinen sechs Toren (vier vor der Pause) etwas kaschieren. Doch wie schon in etlichen Spielen zuvor war von seinen Nebenleuten fast nichts zu sehen. Can Celebi (3) überzeugte wenigstens in der Abwehr, Dominik Weiß (1) enttäuschte auf der ganzen Linie und Felix Lobedank war mal wieder angeschlagen.

„Wir hatten die Hosen voll“

„Im Angriff war das erschreckend“, meinte Schweikardt. Und das lag nicht nur an der Weltklasseleistung des Wetzlarer Torhüters Benjamin Buric mit 23 Paraden (während drei parierte Siebenmeter von Jogi Bitter dem TVB auch nicht halfen), sondern auch an der Abschlussschwäche der Stuttgarter, die reihenweise freie Bälle vergaben, allen voran Tobias Schimmelbauer oder Michael Schweikardt. Lediglich von Viorel Fotache könnten sich einige eine Scheibe abschneiden. Der Defensivspezialist kämpfte bis zum Umfallen und trug sich am Kreis dreimal in die Torschützenliste ein – obwohl er keinen Vertrag mehr bekommt.

„Wir hatten die Hosen voll“, so Baumgarten. Die Selbstzweifel übertrugen sich mit zunehmendem Spielverlauf leider auch auf die Defensive, so dass sich der TVB in einem Spiel, in dem er auf zwei Punkte spekuliert hatte am Ende noch das gute Torverhältnis kaputt machte. „Das ist bitter“, meinte Baur, „auch wenn die Niederlage in meinen Augen zu hoch ausgefallen ist.“ Jetzt gilt es, schnell den Hebel umzulegen, vier Trainingseinheiten stehen über die Feiertage auf dem Programm, und der TVB muss da nicht nach Ostereiern suchen, sondern nach seiner Form. Schon am Dienstag macht sich der Tross auf zum Spiel in Magdeburg tags darauf. Bleibt zu hoffen, dass es den Spielern nicht wieder die Sprache verschlägt – angefangen bei der Körpersprache.

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