Warum reden die nicht miteinander? Köhler (Matthias Matschke) und Brasch (Claudia Michelsen) am Tatort. Foto: MDR

Kommunikation ist nicht das Ding der Magdeburger „Polizeiruf“-Ermittler Brasch und Köhler. Ein Profi soll die Psycho-Kiste zwischen den beiden gründlich ausleuchten. Der Kriminalfall von „Starke Schultern“ hingegen kommt reichlich unausgegoren daher.

Magdeburg - Ein gutes Team? Sieht anders aus. Aber die Magdeburger „Polizeiruf“-Ermittler Brasch (Claudia Michelsen) und Köhler (Matthias Matschke) hat man doch gerade dieser Macken wegen ins Herz geschlossen: Sie lässt ihn ständig abrupt stehen, ihm bleibt nur das Selbstgespräch. „Jeder macht sein Ding“, klagt Kriminalrat Lemp (Felix Vörtler) in „Starke Schultern“. „Warum machen die das?“

Ja, warum? Der Polizeipsychologe Niklas Wilke (Steven Scharf) soll die Psycho-Kiste mal ausleuchten. Psychologische Plausibilität lässt dann aber das vermissen, was der Autor Josef Rusnak nach einer Idee von Stefan Rogall und die Regisseurin Maris Pfeiffer als Krimiplot folgen lassen, selbst wenn Wilke am Schluss den entscheidenden Kniff zur Lösung beiträgt. Es scheint, man hätte sich viel lieber weiter an der Beziehung zwischen den Kommissaren geweidet anstatt einen Krimi zu erzählen, und so geht man mit frappierender Oberflächlich- und Wahllosigkeit, was Motive und Zusammenhänge angeht, zu Werk.

Köhler feiert seinen fünfzehnten Hochzeitstag

Auslöser ist ein nächtlicher Brandanschlag auf die Villa des Bauunternehmers Ottmann (Thomas Loibl), der mit dem Leben davon kommt. Der Geschäftsmann hatte sich mit der Übernahme der Firma seines früheren Partners gleich Feinde im Dutzend gemacht, auch, weil er nur einen Bruchteil der Arbeiter übernommen hatte. Als Brasch und Köhler erfahren, dass einer der Bauarbeiter, Uwe Schneider, schon mal auf Ottmann mit dem Messer losgegangen ist, haben sie ihren ersten Verdächtigen. Doch Brasch forscht in Ottmanns familiärem Umfeld weiter und stößt auf seine Schwägerin Susan (Ursina Lardi). die dem Witwer in seltsamer Verkleidung nächtliche Besuche abstattet.

Es kommen noch einige angetippte und wieder fallen gelassene Geschichten hinzu, Köhlers fünfzehnter Hochzeitstag, die Gesundheitsprobleme des Kriminalrats . . .Die Liste ist längst nicht vollständig. „Wir haben lauter lose Enden“, sagt Brasch irgendwann über ihren Fall – den Eindruck vermittelt der ganze Krimi. Dass aber der Psychologe nun das kommunikationsgestörte Duo zum Trio ergänzen soll – wenigstens das ist eine runde Sache.

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