Kann das Aufeinandertreffen von Steve Martin, Martin Short und Selena Gomez (von links) gut gehen? Ja, und „Only Murders in the Building“ kann es beweisen. Foto: Hulu/ Craig Blankenhorn

Was passiert, wenn Popstar Selena Gomez auf die Komödienaltmeister Steve Martin und Martin Short trifft? Es gibt viel zu lachen! Bei Disney+ startet die ulkig-clevere Krimiserie „Only Murders in the Building“.

Stuttgart - Das Mashup ist eine der schlausten Erfindungen der Popkultur der letzten Jahrzehnte. Weil es subtil vorführt, was Diversität heißt und sensationelle Dinge passieren lässt, indem es ungeniert Songs von Public Enemy und Herb Alpert, von Blumfeld und Madonna, oder (wie in dem diese Woche startenden „Cinderella“-Musical mit Camila Cabello) von Salt-N-Pepa und den White Stripes miteinander vermischt.

 

Ein großartig-unwahrscheinliches Krimi-Comedy-Trio

Und warum soll, was im Pop funktioniert, nicht auch bei TV-Serien gehen? Zwischen Selena Gomez (29), die vom Disney-Kinderstar („Die Zauberer vom Waverly Place“ zur Popikone („Rare“) aufgestiegen ist, und den Comedy-Urgesteinen Steve Martin (76) und Martin Short (71) liegen jedenfalls eigentlich Welten. Und wer auf die Idee gekommen ist, sie aufeinander loszulassen, muss entweder verrückt oder genial sein. Doch der Mut der TV-Produzenten wird belohnt: In der Serie „Only Murders in the Building“, die jetzt bei Disney+ startet, geben Gomez, Martin und Short ein unwahrscheinlich-großartiges Krimi-Comedy-Trio ab.

Popstar Sting verhält sich verdächtig

Auf den ersten Blick verbindet Mabel (Gomez), die nicht weiß, was sie mit ihrem Leben anfangen soll, Charles (Martin), der vor vielen Jahren der Star der TV-Krimiserie „Brazos“ war, und Oliver (Short), ein Broadwayproduzent, der nach einem legendären Flop keine Jobs mehr bekommt, nur, dass sie im selben Apartmenthaus an der Upper West Side in Manhattan leben. Doch alle drei sind auch True-Crime-Podcast-Fans. Nachdem ein Hausbewohner angeblich Selbstmord begangen hat, glauben sie an Mord, starten einen eigenen Podcast, verdächtigen zunächst einen um seine Katze trauernden Nachbarn, dann Sting, der zufällig auch im Haus wohnt und im Fahrstuhl unfreundlich wird („Don’t stand so close to me“), und schließlich ausgerechnet den taubstummen Sohn ihres Podcast-Finanziers.

Stars der Generation Z und der Baby Boomer

„Only Murders in the Building“ ist ein grandioser Mix aus Whodunit, True-Crime-Parodie und Melodrama – „Gossip Girl“ trifft auf „The Kominsky Method“. Das Mashup der Stars der Generation Z und der Baby Boomer (neben Sting sind auch Nathan Lane und Tina Fey dabei) ist jedenfalls unbedingt sehenswert. Im Gegensatz übrigens zum peinlichen Aufeinandertreffen von Woody Allen und Miley Cyrus in der Serie „Crisis in Sex Scenes“ aus dem Jahr 2016, an die sich aus gutem Grund keiner mehr erinnert.

Only Murders in the Building: Die ersten drei Episoden feiern am Dienstag, 31. August, beim Streamingdienst Disney+ Premiere. Die weiteren fünf Episoden werden wöchentlich veröffentlicht.