Die Oeffinger Handballer feiern mit ihren Fans den Aufstieg in die Oberliga. Foto: Susanne Degel

Die Handballer des TVOeffingen spielen in der kommenden Saison wieder in der Oberliga. Das Team um den Coach Tobias Unfried löste im Aufstiegsturnier in Laupheim das umjubelte Ticket.

Levi Fröschle war „komplett alle“, aber überglücklich, als er am Donnerstagnachmittag in der Rottumhalle zu Laupheim in den Armen seinen Vaters Henning lag und sich herzen ließ. Die Mama stand daneben, verdrückte ein paar Freudentränen und hielt Sohnemann Fynn in den Armen. Kurz zuvor hatten die Brüder gemeinsam mit den Verbandsliga-Handballern des TV Oeffingen im Aufstiegsturnier der Verbandsliga-Zweiten zur Oberliga die SG Ohlbach/Elgersweier mit 24:16 besiegt – und damit den Sprung in die Oberliga perfekt gemacht, nachdem schon im ersten Spiel der gastgebende HV Rot-Weiß Laupheim mit 27:11 regelrecht aus der eigenen Halle geschossen worden war.

 

Dass die Oeffinger hernach das dritte Spiel über 2 x 20 Minuten mit 19:24 gegen den TSV Rot-Malsch, der zuvor ebenfalls schon das Oberliga-Ticket gelöst hatte, verloren, störte keinen mehr. Weder die Spieler, noch das Trainerteam um Chefcoach Tobias Unfried und schon gar nicht die rund 200 mitgereisten Fans, die die Rottumhalle kurzerhand zur Heimspielstätte gemacht hatten. Die Unterstützung von der Tribüne sorgte sogar bei Gegenspieler Marvin Lehmann von der SG Ohlbach/Elgersweier für Gänsehautmomente. „Der absolute Wahnsinn“, sagte er mit Blick auf die „rote Wand“ und zollte Beifall.

Fans des TV Oeffingen fahren mit zwei Reisebussen nach Laupheim

Mit zwei Reisebussen waren die Fans am frühen Morgen in Oeffingen losgefahren, im Laufe des Vormittags kamen etliche mehr in ihren Privatautos nach Laupheim. „Die Energie in der Mannschaft und auf der Tribüne ist unglaublich. Das matcht heute einfach. Es ist wunderschön und macht Spaß“, sagte Henning Fröschle.

Die Oeffinger Fans jubeln. Foto: Susanne Degel

Dass die Oeffinger den Aufstieg unbedingt erreichen wollten, zeigten sie gleich in der ersten Partie. „Das war ein nahezu perfektes Spiel“, sagte Tobias Unfried. Die Jungs seien fokussiert gewesen und hätten alles perfekt umgesetzt. Auch Hans Ernsperger, TVOe-Urgestein, war vom Auftritt angetan: „Ich habe schon viele Handballspiele gesehen, aber so eins noch nicht. Da hat wirklich alles gepasst.“ Alle Spieler, sagte Unfried, hätten ihre Rolle angenommen „und ganz viel Oeffinger Herzblut reingelegt“.

Die Oeffinger haben im zweiten Spiel ein paar Anlaufschwierigkeiten

Dass die Akteure im zweiten Spiel zunächst Anlaufschwierigkeiten hatten, war derweil vom TVOe-Trainer erwartet worden. „Nach so einem guten ersten Spiel war es vom Kopf her schwierig“, sagte her. Aber kurz vor der Pause legten die Oeffinger den Schalter um, brachten wieder Stabilität in die Abwehr und zogen ihr Tempospiel auf. Und den schönsten Handball von allen vier Teams haben sie ohnehin auf die Platte gebracht.

„Ich war fest überzeugt, dass wir den Aufstieg packen“, sagte hinterher ein zufriedener, aber auch mitgenommener Coach. Der Wille, die Bereitschaft, der Zusammenhalt seien einmalig gewesen. Zweimal war Unfried zu seinen eigenen aktiven Zeiten selbst aufgestiegen, am Donnerstag feierte er seinen ersten Aufstieg als Trainer. Und es war der beste. „So emotional wie mit diesen Fans hatte ich es zuvor noch nie erlebt“, sagte er.

Der TVOe ist nach einem Jahr Abstinenz zurück in der Oberliga. Foto: Susanne Degel

Mitgefiebert und mitgejubelt hat freilich auch der Oeffinger Abteilungsleiter Christoph Keller. Der Erfolg sei einfach nur schön, auch weil er nach dem Abstieg vor einem Jahr nicht unbedingt zu erwarten gewesen war. Aber dem neuen Trainerteam sei es gelungen, eine tolle Mannschaft zu formen, die nicht nur auf dem Platz überzeugt, sondern auch daneben. „Die Jungs bringen sich überall ein, packen immer mit an. Deshalb sind heute auch so viele Leute mitgekommen“, sagte er. Kritik übte der Abteilungschef nur am Verband und dem Austragungsmodus in Turnierform – wie so viele andere auch. So standen am Donnerstag bereits nach vier der sechs angesetzten Partien die beiden Oberliga-Aufsteiger fest. Die beiden finalen und absolut bedeutungslosen Spiele wurden trotzdem angepfiffen. „Das hätte man auch anders lösen können“, sagte Keller. Dafür lobte er die Laupheimer, die das Turnier „super organisiert“ hätten.

In Oeffingen gehen die Feierlichkeiten am Abend weiter

Das war am Donnerstagabend auch der Empfang an der Oeffinger Sporthalle. Gregor Walz und Matthias Wittke hatten die Bar bereits kurz vor 19 Uhr geöffnet. Die Schließzeit ist nicht überliefert. „Ich habe mir am Freitag Urlaub genommen. Die, die es nicht getan haben, müssen sich schnell noch was überlegen“, sagte Unfried, lachte und nahm die nächsten Glückwünsche entgegen.

TV Oeffingen (alle drei Spiele): Seeger (1), Schreiner – Rühle (10), Meyer (10), Köhler (10), Levi Fröschle (8), Fynn Fröschle (6), Zoller (6), Westner (5), Kolotuschkin (4), Frey (4), Paul (3), Stöhr (2), Langenfeld (1), Lang, Gregorius.