Die Kommissare Karow (Mark Waschke) und Rubin (Meret Becker) in einer Szene des Berlin-„Tatorts“ „Wir - Ihr - Sie“ Foto: rbb

Wir haben gesehen: Den Berliner „Tatort“ „Wir – Ihr – Sie“ mit dem Team Rubin und Karow. Hier lesen Sie unsere Kritik.

Berlin - Die Handlung in zwei Sätzen Katharina Wagner wird absichtlich und brutal in einem Parkhaus am Potsdamer Platz von einem Jeep überfahren. Kommissar Robert Karow (Mark Waschke) begibt sich bei dem Versuch, den Tod seines früheren Kollegen Gregor Maihack aufzuklären, in Lebensgefahr. Zahl der Leichen Eine. Der Erregungsfaktor Hoch. Expliziten schwulen Sex hat man im „Tatort“ bisher noch nicht gesehen. Die beste Retourkutsche „Davon kannst du nur träumen!“ Mit diesen Worten lässt Karow das hämische Grinsen seines Hetero-Kollegen Steinke ersterben. Der mokiert sich über das Video, das Karow beim Liebesakt daheim auf dem Sofa mit einem Unbekannten zeigt. Das Fragezeichen Warum Karow die eigene Wohnung mit einer Kamera verwanzt, bleibt offen. Aber offen ist ja bei diesem Kühlschrank-Kommissar, der sich während dienstlicher Besprechungen mit seiner schwulen Dating-App befasst und sich in Darkrooms rumtreibt, so einiges. Das am meisten überstrapazierte Wort Fängt mit F an. Beispiel: Eines der drei Mädchen, die die Familienmutter totgefahren haben, nennt sich auf ihrer Facebook-Seite selbst „Fickfehler Paula“. Der Plausibilitätsfaktor Die Drehbuchautorin Dagmar Gabler suggeriert, dass die Mädels sich durch übermäßigen Gebrauch von Smartphones zu eiskalten, emotional verrohten Monstern wandeln. Wirklich nachvollziehbar macht sie das aber nicht. Unser Fazit Horizontal im „Tatort“ erzählen? Funktioniert doch, wie die lang­same Entblätterung von Karows kryptischer Vorgeschichte belegt. Spannung: Note 2-3, Logik: Note 3-4.

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