Harald Schmidt freut sich auf sein neues Fernseh-Engagement. Foto: dpa

Comedy war gestern – jetzt hat Harald Schmidt eine neue Leidenschaft gefunden: Die Politik. Im Interview mit den Stuttgarter Nachrichten gibt der TV-Entertainer und künftige Tatort-Darsteller zu, ein Fan von Kanzlerin Merkel zu sein.

Stuttgart - TV-Entertainer Harald Schmidt hat nach dem Abschied aus dem Fernsehen und der Satire-Szene eine neue Leidenschaft gefunden: Die Politik. „Ich gehe viel Spazieren, schaue viel Börse und mich interessiert so etwas wie Parteitage“, sagte der 58-Jährige in einem Interview mit den Stuttgarter Nachrichten (Freitagausgabe). Dabei outete er sich zugleich als Fan von Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Ich habe mir im Fernsehen komplett die Rede der Bundeskanzlerin beim CDU-Bundesparteitag in Karlsruhe und auch den Auftritt von Horst Seehofer angeschaut.“ Ja, er sei „ ein Merkel-Fan, und in Teilen auch ein Seehofer-Anhänger. Bei ihm überrascht mich manchmal nur sein schneller Meinungswechsel.“ Aus Sicht von Schmidt könne „Deutschland froh sein, so qualifiziertes Personal zu haben. Wenn ich sehe, was in unseren befreundeten Nationen los ist, kann ich nur sagen: Wir sind vom Schicksal wieder mal belohnt worden.“

Schmidt warnt in dem Interview zugleich vor einer Hysterie in der Flüchtlingsfrage und bei der Bewertung der neuen Partei AfD. „Ich wundere mich bei dieser Debatte immer, dass man dem Wähler übel nimmt wie er wählt. Entweder man hat freie Wahlen, dann muss man mit den Ergebnissen umgehen. Oder man schafft Wahlen ab. Das sehen wir gerade ja auch in befreundeten Staaten in der EU, wo sozusagen so lange gewählt wird, bis es stimmt.“ Letztendlich, so Schmidt, hätten sich solche neuen Parteien „im parlamentarischen Alltag irgendwann selbst zerlegt, allein schon weil sie die Sitzungssäle nicht gefunden haben.“

Mit Blick auf den neuen ARD-Tatort des Südwestrundfunks, in dem Schmidt ab 2016 den Polizeichef spielt, sagte er den Stuttgarter Nachrichten, er freue sich ungemein auf dieses neue Fernseh-Engagement: „Der Tatort ist die wahrscheinlich erfolgreichste Marke im deutschen Fernsehen.“ Als Kriminaloberrat werde er meistens mit der Straßenbahn oder dem Fahrrad unterwegs sein. „Der echte Polizeichef von Freiburg hat gesagt, er nehme immer die Straßenbahn, weil er keinen Parkplatz für den Dienstwagen findet.“ Welche Rolle er als Polizeichef spielen werde, sei noch offen. „Ich bin ja davon ausgegangen, einen Typ wie Innenminister de Maiziere zu spielen, aber vielleicht wird es auch eine Art Peter Altmaier, der vermitteln muss.“ Schmidt sagte, er schätze den Kanzleramtsminister sehr: „Alle Welt hat jetzt einen Drei-Tage-Bart, lässt sich Haare transplantieren und trägt zentimeterdicke Hornbrillen. Altmaier aber sieht aus wie Altmaier, ernährt sich wie Altmaier, spricht wie Altmaier. Das ist noch ein Charakter.“

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