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Endlich ein Duell: Bisher behandelte Kanzlerin Angela Merkel ihren SPD-Herausforderer Peer Steinbrück wie Luft. Doch im TV-Studio muss sie sich ihm stellen. Sie schenken sich nichts, am Ende aber hat Steinbrück aufgeholt.

Berlin - Endlich ein Duell: Bisher behandelte Kanzlerin Angela Merkel ihren SPD-Herausforderer Peer Steinbrück wie Luft. Doch im TV-Studio muss sie sich ihm stellen. Sie schenken sich nichts, am Ende aber hat Steinbrück aufgeholt.

CDU-Kanzlerin Angela Merkel und ihr SPD-Herausforderer Peer Steinbrück haben sich drei Wochen vor der Bundestagswahl ein weitgehend sachliches TV-Duell mit wenigen persönlichen Spitzen geliefert. Steinbrück hielt Merkel am Sonntagabend im einzigen persönlichen Aufeinandertreffen mit der Amtsinhaberin Wahlkampf­ankündigungen ohne inhaltliches Fundament vor. „Das sind alles schöne Schachteln, die Frau Merkel ins Schaufenster gestellt hat.“ Die Kanzlerin betonte, sie wolle die ­Koalition mit der FDP fortsetzen.

In der Frage nach einer Pkw-Maut hat die Amtsinhaberin eine stärkere Belastung der Autofahrer ausgeschlossen. „Mit mir wird es keine Pkw-Maut geben“, sagte sie. „Ich glaube nicht, dass es richtig wäre, die Autofahrer weiter zu belasten.“ Damit stellte sich Merkel gegen eine Forderung, die für den CSU-Chef Horst Seehofer im bayerischen Landtagswahlkampf ein zentrales Thema ist. Der CSU-Vorsitzende hat eine Maut für ­ausländische Pkw-Fahrer zur Bedingung für einen Koalitionsvertrag gemacht. Steinbrück stimmte Merkel in dieser Frage zu.

Steinbrück entschied in den Augen einer ausgewählten Gruppe von 220 Zuschauern an der Universität Hohenheim das TV-Duell am Sonntagabend für sich. Während Merkel im ZDF klar und bei RTL hauchdünn vorne lag, hat Steinbrück nach der ARD-Umfrage deutlich gewonnen. In der ARD war von einem „Etappensieg“ für Steinbrück die Rede. Auch im ZDF hieß es, der SPD-Mann habe trotz Niederlage insgesamt aufgeholt.

Laut der ARD-Umfrage von Infratest Dimap wirkte Steinbrück während der 90 Minuten auf 49 Prozent der Zuschauer insgesamt überzeugender – Merkel kam auf 44 Prozent. Bei den unentschlossenen Wählern lag Steinbrück mit 52 Prozent weit vor Merkel mit 36 Prozent.

Die Amtsinhaberin bekannte sich zur Fortsetzung der christlich-liberalen Koalition, in die sie „allervollstes Vertrauen“ ­habe. Steinbrück erteilte einer rot-rot-grünen Koalition eine Absage. Die Linkspartei sei nicht koalitionsfähig, sagte er.

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