Blick von oben auf das Grand Egyptian Museum mit den Pyramiden von Gizeh im Hintergrund Foto: BR

Ein neuer Palast für Tutanchamun: Das Stuttgarter Büro Atelier Brückner hat das Ausstellungskonzept für das gigantische Grand Egyptian Museum entwickelt. Eine spannende BR-Doku stellt das Museumsprojekt vor.

Stuttgart/Kairo - Allein der Ort ist ehrfurchtgebietend: Direkt neben den berühmten Pyramiden von Gizeh entsteht derzeit das Grand Egyptian Museum. Der Bau bei Kairo hat zudem eine ganze Reihe Superlative zu bieten: Er ist eines der bedeutendsten Museumsprojekte des 21. Jahrhunderts und mit einer Fläche von mehr als fünfzig Hektar das größte archäologische Museum der Welt. Die Ausstellungsfläche beträgt 40 000 Quadratmeter. 50 000 Exponate sollen zu sehen sein – 30 000 davon wurden noch nie zuvor gezeigt.

 

Der ganze Grabschatz wird präsentiert

Das Herzstück: der Grabschatz des Tutanchamun, der 1922 von dem Briten Howard Carter entdeckt wurde. Erstmals in der Geschichte werden alle rund 5500 Fundobjekte aus Tutanchamuns Grab ausgestellt – vom königlichen Spielzeug bis zur weltberühmten Totenmaske. Für die Szenografie und das Ausstellungskonzept ist das Stuttgarter Büro Atelier Brückner verantwortlich.

Mit den Stuttgartern auf der Baustelle

In einem Auswahlverfahren, das über zwei Jahre ging, setzte sich das Atelier Brückner unter Hunderten international renommierten Gestaltungsbüros durch. In Stuttgart hatte das Büro zuletzt den preisgekrönten Umbau der Wagenhallen verantwortet. Die TV-Dokumentation „Das Grand Egyptian Museum – Ein neuer Palast für Tutanchamun“, die am 20. April im BR-Fernsehen zu sehen ist (22.50 Uhr), zeigt den Fortschritt der Arbeiten auf der Baustelle und schaut den Stuttgarter Ausstellungsmachern über die Schulter.

Die Exponate sollen ägyptische Geschichte erzählen

So ist das Filmteam etwa beim Transport wichtiger Exponate dabei, es begleitet die Stuttgarter bei den regelmäßigen Baustellenbesuchen und zeigt, wie sie den Auftraggebern ihre Konzepte präsentieren. Zu sehen ist, wie Shirin Frangoul-Brückner mit ihrem internationalem Team von 25 Mitarbeitern vor der Herausforderung steht, alle Gegenstände dem Besucher zu präsentieren und gleichzeitig anhand der Exponate die ägyptische Geschichte zu erzählen. Zudem wird dargestellt, wie die Objekte in den hochmodernen Laboratorien des Museums konserviert und für die Ausstellung vorbereitet werden.

Verdopplung der Kosten

Wie bei solchen Mega-Projekten fast üblich, haben sich die Kosten inzwischen nahezu verdoppelt: Ursprünglich sollte das Museum schon 2013 fertig gestellt sein und 550 Millionen Euro kosten. Die Bauarbeiten haben sich aber immer wieder verzögert, mittlerweile liegen die Kosten bei mehr als einer Milliarde Euro. Die Eröffnung ist für diesen Herbst geplant.

Hoffnungsträger für eine bessere Zukunft

Für ein Land wie Ägypten, das vom Tourismus lebt und von Corona gebeutelt wird, ist der Prestigebau ein Hoffnungsträger für eine bessere Zukunft. Einen Beinamen hat das Grand Egyptian Museum bereits: die vierte Pyramide.

BR-Fernsehen, 20. April, 22.50 Uhr